Bodenverseuchung unter Loithalbrücke A8

A8-Einst ein ganz idyllisches Tal
wenn...
und die Fahrbahnabwässer der A8 nicht frei herabregneten
die Rost-und Teerbrocken nicht als sichtbares Zeichen der Verseuchung wären
Ein besonderes A8-Dankeschön: der Sendemast gegenüber dem Haus

Landwirtschaftliche Flächen unter A8-Autobahnbrücke verseucht

100 Euro Entschädigung für Verseuchung der Landwirtschaftlichen Fläche

 

(2.10.09) Umfangreiche Bodensanierungsmaßnahmen begannen diese Woche in der Gemeinde Anger an der A8 unter der Loithalbrücke. Erst vor zwei Jahren wurde die Brücke saniert. Die vor- und nachher entnommenen Bodenproben zeigten erhebliche Belastungen, u. a. mit Schwermetallen. Deshalb durfte seit zwei Jahren das Gras nicht mehr verfüttert werden.

Keiner macht sich wohl Gedanken, wie es den Menschen an einer Autobahnbrücke ergeht und auch was darunter stattfinden kann. Rita Poser und Gertrud Flatscher vom Kreisvorstand des Bund Naturschutz machten sich gemeinsam mit Dr. Bernhard Zimmer von den Grünen ein Bild vor Ort, weil sie davon gehört hatten, dass an der Loithalbrücke eine umfangreiche Bodensanierung stattfinden soll. Nachdem der Bodenabtrag vor zwei Jahren keine Verringerung der Schadstoffbelastung gebracht hatte, wurde jetzt eine umfangreiche Maßnahme begonnen. Wir waren geradezu entsetzt, so Poser, wie diese an sich idyllische Landschaft durch die Autobahn und die schadstoffeinträge zerstört wurde. Dem damaligen Landwirt wurde in den Dreißiger Jahren mit der Autobahn einfach die Wiese vorm Haus zerschnitten. Heute rasen geschossartig so manche PKW’s mit Höchstgeschwindigkeit vorbei, so dass es in den Ohren pfeift. Jeder der gegen Geschwindigkeitsbegrenzung ist, sollte sich dort mal für einen Tag aufhalten, empfiehlt Bernhard Zimmer. Das ist wirklich ein Anschlag auf die körperliche Unversehrtheit. Aber genauso schlimm ist es für den Eigentümer, dass ihm für Teile seines Grund und Bodens wegen der Verseuchung vor zwei Jahren die Nutzung untersagt wurde. Dafür zahlt die Autobahndirektion im Jahr 100 €.

 

Woher genau die Schadstoffe kommen, lässt sich nicht sagen. Am Tag der Besichtigung hatte die von der Autobahndirektion mit der Sanierung beauftragte Firma gerade mit den Arbeiten begonnen. Verständlich, dass sich die Firma mit Informationen zurückhielt. Die Brücke wurde in den letzten Kriegstagen 1945 gesprengt und erst in den Fünfzigern wieder aufgebaut.. Für die umfangreiche Stahlkonstruktion wurde viel bleihaltige Rostschutzfarbe verwendet, die im Verlauf der Alterung und früher auch bei den Sanierungen in der Landschaft landeten. Da die Brücke eine Freifallentwässerung hat, konnten die salzhaltigen Abwässer die Stahlkonstruktion besonders gut angreifen. Auch nach der letzten Sanierung (2007) landen die mit Salz, Reifen– und Bremsabrieb belasteten Abwässer einfach in der Landschaft und werden vom Wind unverändert über die Wiesen verteilt und auch ins Gewässer gespült. Wie uns von der beauftragten Firma mitgeteilt wurde, soll durch eine Bodendrainage künftig das Wasser aufgefangen werden, aber wenn das aus Höhen von über 30 m herabfällt, lässt sich natürlich nur ein Teil so auffangen.

 

Nach Ansicht von Bernhard Zimmer ist die Sanierung an sich positiv zu bewerten, aber der Forstexperte sieht es auch kritisch, wenn an den Steilufern die Naturverjüngung beseitigt werden muss und die Standfestigkeit alter Bäume durch die Bodenabtragung, in noch nicht abzuschätzendem Ausmaß,  beeinträchtigt wird.

Für Gertrud Flatscher ist es unfassbar, wie hier von der Autobahndirektion mit den Menschen umgegangen wird, der Boden verseucht, den Lärm vorm Haus und  Lärmschutz nur dann, wenn alles noch breiter wird und noch schneller gefahren werden kann.

Bernhard Zimmer erwägt eine Landtagsanfrage über seine Fraktion, denn es ist gut vorstellbar, dass es an vergleichbaren Talbrücken ähnliche Probleme gibt und, so wie hier, außer den direkt Betroffenen kaum jemand etwas darüber weiß.