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Neue Schikane der Bahn gegen Kunden

Bahnplanung für Drittes Gleis in Freilassing erschweren Zugdurchbindung nach Salzburg

(21.02.2009) Was hinter der vorgehaltenen Hand schon lange gemunkelt wurde, ist jetzt Gewissheit:  DB-Netz plant, die Salzburger S-Bahn im Bahnhof Freilassing in zwei Stumpfgleise einmünden zu lassen. Die ungehinderte Durchbindung der Züge in Richtung Bad Reichenhall und Traunstein wird damit faktisch unmöglich gemacht. Jeder von Salzburg auf dem neuen 3. Gleis  kommende und in den südlichen Landkreis BGL weiterfahrende S-Bahn-Triebwagen muss den Weg über das jetzige Gleis 3 nehmen und damit zweimal die Hauptstrecke München – Salzburg kreuzen. Jeder Kreuzungsvorgang blockiert für mindestens 3 Minuten den jeweils anderen Fahrweg, so dass bei einer Durchbindung im  der Berchtesgadener Land -Bahn im Stundentakt entweder für zwei mal sechs Minuten die Hauptstrecke gesperrt ist, was einer Kapazitätsminderung von 20 % entspricht, oder die S-Bahn-Züge warten entweder vor dem Bahnhof Freilassing oder auf Bahnsteig 3, bis die Fernzüge durchgefahren sind. Eine zuverlässig pünktliche Betriebsabwicklung ist daher von vornherein gefährdet und eine Erweiterung des S-Bahn-Netzes,auf bayerischer Seite, wie von der Euregio und den Landkreisen TS und BGL gefordert, baulich unmöglich gemacht.

Außerdem verwirrt diese Lösung die Fahrgäste. Nach dem Vollausbau fahren dann drei Züge nach Salzburg von den neuen S-Bahn-Gleisen ab, der vierte von Gleis 3, das wiederum nur durch Treppensteigen in den veralteten und nicht behindertengerecht ausgebauten Bahnhofsanlagen erreicht werden kann. Der Fahrgast muss daher auswendig lernen, wann und wo sein Salzburger Zug abfährt, damit er sich nicht verläuft. Kundenfreundlichkeit sieht anders aus.

Dabei wäre es so einfach, die durchgebundenen Fahrten wie bisher über Gleis 1 abzuwickeln. Im „Inselbetrieb“ wäre dann die S-Bahn von den Zugfahrten des Bezirks- und Fernverkehrs unabhängig. Die von Berchtesgaden kommenden und in Freilassing endenden Züge können entweder im westlichen und durch ein Deckungssignal gesicherten Bereich des Gleis 1 enden, oder aber nach Elektrifizierung des Ladegleises an der Güterhalle dort, während der Salzburger Zug im Ostbereich von Gleis 1 seine neue „Heimat“ findet oder an einem ohnehin geplanten Stumpfgleis im Bereich der ehemaligen Post „parkt“. In jedem Fall wäre ein schnelles, bequemes niveaugleiches Umsteigen  möglich und die Fahrgäste könnten zudem auf kurzem Wege sowohl Wartehalle, Kiosk und Reisezentrum, wie die Parkplätze am Bahnhofsvorplatz erreichen. Dies wäre auch die kostengünstigste Lösung. Aber warum einfach, wenn es umständlich auch geht. Oder rächt sich DB Netz dafür, dass ihre „Schwester“, DB Regio, bei der Ausschreibung der BGL-Bahn den Zuschlag nicht erhalten hat?

 

Michel Behringer,

Bahnhofstraße 13, Hammerau