Im Einsatz für die Natur

Mit neuem Schwung geht es in die nächsten 4 Jahre.
10 m Trassenbreite haben die Naturschützer gemessen.
„Der Schatz im Moor“ Lene und Mooserl haben ihn entdeckt!

 

(30.12.2016) Bayern wird asphaltiert, betoniert, begradigt, zersiedelt, versiegelt, zerstückelt, verbraucht. Feuchtwiesen werden trockengelegt, Äcker planiert, Bäume gefällt, Bergwälder gerodet. Auen werden von Straßen durchschnitten. 2015 wurden in Bayern 4772 Hektar vormals freies Land zur Bebauung frei gegeben. Das sind am Tag 13,1 Hektar oder 19 Fußballfelder.

Das bedeutet einen Anstieg von mehr als 20% im Vergleich zu 2014. Davon ist auch das Berchtesgadener Land betroffen. Während der Verbrauch anderer Ressourcen wie Wasser und Rohstoffe zurückgeht, nimmt der tägliche Flächenschwund von Jahr zu Jahr zu. Wir verschwenden unser Land, als gäbe es kein Morgen – oder als hätten wir noch eine Erde für die nächsten Generationen im Rucksack.

 

Mit dieser Einleitung ließ die Ortgruppenvorsitzende des Bund Naturschutz Ute Billmeier bei der Jahreshauptversammlung die Arbeit der letzten 4 Jahre Revue passieren und gab einen Ausblick auf die Arbeit im kommenden Jahr.

 

Zu viele Forststraßen wurden in den letzten 4 Jahren gebaut und unnötig viele Bäume gefällt. U.a. auch auf der Trasse der Abwasserleitung, die von der Schlegelmulde am Predigtstuhl zum Festplatz führt. In allen Plänen war eine Trassenbreite von ca. 2 bis 3 m vorgesehen. Bei der Begehung der Trasse vom Festplatz aus bis zu den Spechtenköpfen haben die Naturschützer eine baumfreie Trassenbreite von ca. 10 m gemessen. Erst oben im Felsen wird die Trasse schmaler. Kein Grün steht mehr auf dieser Trasse, die sich wie eine Narbe den Berg hochzieht. Abzuwarten bleibt jetzt, ob diese Abwasserleitung auch funktioniert: Bei einer Verlegetiefe von nur 80 cm stellt sich die Frage, ob die PE-Leitung frostsicher ist oder nicht schon bald mit Aufplatzungen und Austritt der Fäkalien in die Landschaft zu rechnen ist.

Dank der Anwesenheit des Oberbürgermeisters, Herrn Dr. Lackner, bei dieser Jahreshauptversammlung konnten einige Themen direkt weitergegeben bzw. diskutiert werden.

So versprach Dr. Lackner sich zum Schutz des Weißbaches mit der Gemeinde Bayerisch Gmain in Verbindung zu setzen. Bad Reichenhall muss mit hohem Kostenaufwand in absehbarer Zeit seine Kläranlage umbauen, u.a. auch aufgrund  fehlender Abwassermengen. Hingegen muss die Gemeinde Bayerisch Gmain ihre in die Jahre gekommene Kläranlage sanieren. Sowohl ökologisch als auch ökonomisch könnte man von einer „win win Situation“ sprechen, wenn es hier zu einer Zusammenführung kommen könnte. Der Weißbach mit seiner überwiegend nur geringen Wasserführung müsste nicht mehr als Vorfluter für die Kläranlage Bayerisch Gmain dienen und könnte wieder zu einem natürlichen unbelasteten Gewässer werden.

Ein großes Problem ist die Entsorgung von Gartenabfällen in der Landschaft. Geht man offenen Auges durch das Kirchholz, findet man Entsorgung von Grünschnitt an vielen Stellen u.a. in sehr großem Umfang am Steilhofweg. Was daran auszusetzen ist, wenn Rasenschnitt oder Schnittgut aus dem Garten am Waldrand verrottet oder Gartenblumen plötzlich auch am Bachufer wachsen, ist schnell erklärt. Gartenabfälle enthalten oft Samen, Wurzeln, Zwiebeln oder Knollen von nichtheimischen konkur-renzstarken Arten, die sich ausbreiten und unsere heimischen Pflanzen verdrängen. Zusammen mit den heimischen Pflanzenarten werden viele Tierarten verdrängt, die sich auf diese Pflanzen spezialisiert hatten, zwar oft klein und auf den ersten Blick unscheinbar und doch wichtige Elemente des Naturhaushalts. Zudem gelangen die Stickstofffrachten von solchen Abfallhaufen bis ins Grundwasser und schaden damit der Wasserqualität und letztlich unserer Gesundheit. Die Abfallhaufen ziehen Nach-ahmer magisch an und so entstehen mit der Zeit stellenweise regelrechte Mülldepo-nien. Zur Vermeidung solcher naturschädigenden Missstände stehen jedem Bürger die Grüncontainer auf den Wertstoffhöfen zur Verfügung. Noch sinnvoller ist die Kompostierung im eigenen Garten.

Weiteren Diskussionsstoff lieferten 2 neue Projekte, die der Unternehmer Max Aicher in den letzten Wochen vorgestellt hat, nämlich die Landesgartenschau 2022 und die neue Ortsumfahrung von Bad Reichenhall. Bei der Landesgartenschau drücken die Kosten, der Verkehr und der Predigtstuhl. Damit sich solch eine Investition rechnet - bei der letzten LAGA in Bayreuth lagen die Kosten bei 20 Mio. € - müssen ca. 1 Mio. Besucher die LAGA besuchen. Eingezäunt wird nur der Auenpark, d.h. auch nur dort muss Eintritt bezahlt werden. Die städtischen Parks sind sozusagen eine „Draufgabe“ und können kostenfrei begangen werden. Fraglich ist, wie viele Besucher dann

tatsächlich Eintritt bezahlen und nicht nur die wunderschönen städtischen Parks besuchen und durch die Stadt flanieren. An den besten Tagen kamen 25.000 Besucher nach Bayreuth. Kann Bad  Reichenhall so einen Besucheransturm verkehrsmäßig verkraften? Trotz der Zusicherung des OB Dr. Lackner, dass keine Straße auf den Predigtstuhl geplant ist, bleiben dennoch Bedenken bei den Naturschützern. Hat der „Max“ vielleicht  dafür auch schon das passende Konzept in der Schublade?

 

Die neue Ortsumfahrung in Bad Reichenhall wird die Ortsgruppe in den nächsten Wochen und Monaten beschäftigen. Verlockend ist, dass mit dem neuen Konzept das Kirchholz und der Golling nicht mehr berührt werden und kein Flächenfraß durch Ein- und Ausschleifungen stattfindet. Aber was passiert mit dem anstehenden Grundwasser, der Abluftentsorgung und wie groß ist der Eingriff in den Auwald und hat angesichts der jüngsten Kritik des Straßenbauamtes Traunstein dieses Projekt überhaupt noch eine Chance?

Vor den Neuwahlen bescheinigte Revisor Ulrich Scheuerl dem Kassier Wolfgang Huber eine vorbildliche Kassenführung und der Ortsgruppe einen sparsamen Umgang mit den zur Verfügung stehenden Finanzmitteln. Nach der anschließend durchgeführten Neuwahl konnten sich Ortsgruppenvorsitzende einschließlich aller Vorstände über ein höchst zufriedenstellendes Wahlergebnis und ihre neue Bestätigung im Amt freuen. Peter Fischer ist nach langjähriger erfolgreicher Arbeit aus der Ortsgruppe aus gesundheitlichen Gründen ausgeschieden und wurde herzlich und mit Wehmut verabschiedet. Der Ortsgruppe sicherte er zu, weiterhin mit Fachwissen, Rat und Tat zur Verfügung zu stehen, wenn es die Fitness zulässt.

Als neue Beisitzerin konnte Sylvia Gruber gewonnen werden. Die Autorin des Kinderbuches „Der Schatz im Moor“ gab einen kurzen Einblick in ihr neuestes Werk. „Moore sind geheimnisvolle Orte - und somit höchst spannend und anziehend für Kinder. Dieses von Märchen und Sagen geprägte Stück Natur liefert eine perfekte Kulisse um die liebenswerte Geschichte einer abenteuerlichen Schatzsuche zu erzählen. Eine handgezeichnete Karte mit genauen GPS-Angaben der heute noch existierenden Moore zwischen Chiemsee, Berchtesgadener Land und Salzburg bringt große und kleine Abenteurer auf den richtigen Weg. Also runter von der Couch und raus in die Natur!“ So lautet ihr Plädoyer und damit will sie die Ortsgruppe vor allem bei der Arbeit mit Kindern unterstützen.


Mit vereinten Kräften wurde der Amphibienschutzzaun in der Fischzucht in Bad Reichenhall aufgestellt. BN, LRA und LBV fassten fleißig an...!

(15.03.2016) Seit ein paar Tagen steht der Amphibienschutzzaun in der Fischzucht. Da der Winter so mild war, wurde der Zaun in diesem Jahr schon sehr früh aufgebaut. Leider kam dann aber noch einmal unerwartet Schnee, der den Zaun an einigen Stellen wieder eingedrückt hat und eine Nachbearbeitung nötig machte. Jetzt steht er aber wieder und wird allabendlich kontrolliert.

 

 

 

 

 

Im letzten Jahr wurden über 400 Tiere abgesucht. Alle Beteiligten hoffen, dass dieses Jahr wieder so erfolgreich wird.


Was haben Biber, ein Bischof vom Amazonas, der Fasching, die Wildkatzen und die Amphibien gemeinsam: Alles sind Themen für nachhaltigen Naturschutz

 Biber am Thumsee

(03.03.2016) Wie vom Heimatpfleger Dr. Johannes Lang zu erfahren war, ist der Biber in Bad Reichenhall kein Neuzugang sondern ein Rückkehrer. Eine Jagdrechnung des bayerischen Forstsamts Bad Reichenhall  belegt, dass der letzte Biber 1844 in der Pidinger Au geschossen wurde.

Jetzt gilt es am Thumsee den Spagat hinzubekommen, den dort lebenden und streng geschützten großen Nagern ein geeignetes Umfeld zu bieten und trotzdem darauf zu achten, dass die Veränderungen durch die vom Biber vorgenommenen Baumfällungen gerade in den Wintermonaten nicht zu gravierend werden.

Bei Begehungen des Bund Naturschutz zusammen mit Baumexperten der Stadtgärtnerei Bad Reichenhall wurden einige Maßnahmen beschlossen. Ab Anfang 2016 werden alle großen Bäume die vom Biber angefressen bzw. gefällt werden mit Angabe der Baumart, des Stammumfanges und des ungefähren Alters registriert. Einige Bäume werden bzw. sind mit Gittermatten geschützt, wieder andere werden mit einem Anstrich gegen Verbiss versehen. Einiges an „Ablenkfutter“ wurde den Tieren vorgelegt und in ganz kurzer Zeit gänzlich verräumt bzw. verspeist. Aussiedeln kann man diese Tiere nicht mehr: Frei werdende Reviere werden innerhalb kurzer Zeit wieder besetzt. Es bleibt nur, die Existenz der Biber zu respektieren und Nachpflanzungen direkt mit Einzäunungen zu schützen und aus den in diesem Jahr  gemachten Erfahrungen zu lernen.

Mutiger Einsatz für die Schöpfung

Für sein Engagement für die Schöpfung und sein kirchliches und politisches Wirken zum Schutz des Regenwaldes erhielt Bischof Erwin Kräutler den Bayerischen Naturschutzpreis. Der BUND Naturschutz Bayern (BN) verlieh die Ehrung am 21. Februar 2016 in Nürnberg. Bei der Verleihung der höchsten Auszeichnung des Verbandes waren auch einige Vorstände der Kreisgruppe BGL, der Ortsgruppe Berchtesgaden und der Ortsgruppe Bad Reichenhall anwesend.  Der Schutz der natürlichen Lebensgrundlagen war das verbindende Element bei der Ehrung des als „Amazonasbischof“ bekannten Erwin Kräutler. BN-Aktive, die sich für den Schutz des tropischen Regenwaldes als grüne Lunge des Planeten starkmachen,  hatten die Idee einer Auszeichnung Kräutlers eingebracht. Der inzwischen in den Ruhestand gegangene Bischof hatte jahrelang gegen den Bau des gigantischen Staudamms Belo Monte in Brasilien gekämpft, durch den zigtausende Hektar Regenwald zerstört wurden. Bischof Kräutler betonte, er nehme die Auszeichnung entgegen „im Namen so vieler Menschen, die sich am Xingu mit mir für die gute Sache einsetzen“.  In bewegenden Worten schilderte er die Zerstörung und das Chaos, das der Bau des Staudamms Belo Monte angerichtet hat. Zehntausende Menschen sind aus ihrer Heimat zwangsumgesiedelt worden und haben ihre seit unzähligen Generationen angestammte Lebensweise verloren.  Man kann nur noch staunen, so Kräutler, „wie Menschen andere Menschen ihren wirtschaftlichen Vorstellungen unterwerfen“. Er verwies auf die Verankerung der Rechte der indigenen Völker in der brasilianischen Verfassung, für die er sich eingesetzt hatte. Aber der „Salto vom Papier in die Wirklichkeit“ sei nach wie vor schwierig. Die Gäste würdigten Erwin Kräutlers Engagement mit standing ovations.

Auch so kann Naturschutz aussehen

Zum Thema Wasserkraft an der Nonner Rampe und dem Motto „Das Wunder von Reichenhall“ und „Aus wenig Wasser - viel Geld“ beteiligten sich einige Naturschützer als Fische verkleidet am diesjährigen Faschingszug in Bad Reichenhall. Auf satirische Weise wurde darauf aufmerksam gemacht, dass man mit der Wasserführung der Saalach der letzten Monate und Jahre wohl nicht die erhoffte Rendite machen kann.

„Es ist uns ein Anliegen auch mal andere Wege zu gehen und auf humorvolle Weise auf Missstände aufmerksam zu machen“ verriet der dritte Fisch von rechts. Von den Zuschauern des Gaudiwurmes gab es viel Beifall, so dass man von einer gelungenen Aktion konnte.

Zurück auf leisen Pfoten

„Die Wildkatze breitet sich von Nordbayern kommend allmählich auch in Südbayern aus“ wurde bei einer Ergebnispräsentation in Freising festgestellt, bei der auch die Kreis- und Ortsgruppe anwesend war.

Auch im Berchtesgadener Land wurden dutzende  mit Baldrian getränkte Lockstöcke aufgestellt und durch ehrenamtliche Helfer über 7 Wochen betreut. „Wir hätten es uns so sehr gewünscht, auch bei uns einen gesicherten Wildkatzennachweis bestätigt zu bekommen“ sagte Ute Billmeier von der Ortsgruppe Bad Reichenhall. Leider waren aber alle Labortests negativ. „Aber was nicht ist, kann ja noch werden. Bei der nächsten Aktion, die evtl. im kommenden Winter stattfinden soll, sind wir wieder dabei“. Wildkatzenfreunde brauchen einen langen Atem und die Wildkatze braucht einen grünen Korridor, durch den sie sich verbreiten kann. Daran wird weiter gearbeitet.

Aufgepasst – Amphibien wandern in den nächsten Wochen wieder

Wie in jedem Jahr gilt auch heuer wieder: Bitte Straßen meiden, auf denen Amphibien wandern. Für die Wanderzeit mal einen Umweg in Kauf nehmen.  Schon 10 Autos pro Stunde können 30% der Amphibien, die die Straße überqueren, töten. Sollte es sich nicht vermeiden lassen, doch diese Bereiche zu befahren, bittet der Bund Naturschutz eindringlich: Runter vom Gas. Auch Amphibien, die nicht direkt unter, sondern "zwischen die Räder" geraten, sterben in der Regel: Vor dem fahrenden Auto herrscht Überdruck, unter dem Auto Unterdruck; durch den stoßartigen Druckwechsel treten die inneren Organe aus den Körperöffnungen aus, was bei höheren Geschwindigkeiten auch dann zum Tode führt, wenn die Tiere nicht direkt überrollt werden. Die Tiere liegen dann - äußerlich scheinbar unbeschädigt - tot auf der Straße.

Anfang März wird wieder der Amphibienzaun in der Fischzucht in Bad Reichenhall aufgestellt. Bitte hier nicht nur auf die Tiere achten, sondern auch auf die Ehrenamtlichen vom Bund Naturschutz und vom Landesvogelschutzbund, die den Lurchen über die Straße hin zum Teich helfen.


Auch so kann Naturschutz aussehen ...! Gaudiwurm in Bad Reichenhall

(14.02.2016) Schnell waren sich die Faschingsprofis von der Kreis- und Ortsgruppe einig. Nur ein Thema kann es in diesem Fasching geben: Das geplante Wasserkraftwerk an der Nonner Rampe in Bad Reichenhall.

Mit dem Motto "Das Wunder von Reichenhall" waren die närrischen Naturschützer wieder einmal beim Gaudiwurm dabei und ernteten viel Applaus mit der Einladung zum Fischessen "Frisch aus der Tubine" und der Anspielung auf das eigentliche Wunder, nämlich "Aus wenig Wasser viel Geld" zu machen.


Naturschutz vor Ort

Feuersalamander - sie sind durch Forststraßenbau wie am Predigtstsuhl bedroht
Todesfalle Forststraße

Die vier Jahreszeiten ließ die Ortgruppenvorsitzende Ute Billmeier bei der Jahreshauptversammlung der Ortsgruppe Bund Naturschutz Bad Reichenhall Revue passieren.

Leider kein Widkatzennachweis rund um Bad Reichenhall

(09.12.2015) Im Winter unterstützte die Ortsgruppe ein gemeinsames Wildkatzen-Monitoring-Projekt des Forstministeriums, des BUND Naturschutz in Bayern (BN) und der Bayerischen Staatsforsten, um mehr über die Verbreitung der Wildkatze in Südbayern zu erfahren. Über sieben Wochen wurden Lockstöcke rund um Bad Reichenhall, z.B. am Hallthurmer Berg, am Saalachsee, oberhalb der Staufenbrücke, nahe der Padinger Alm und am Högl aufgestellt und wöchentlich betreut. Bei der Auswertung der Befunde konnte leider kein Wildkatzennachweis im Berchtesgadener Land festgestellt werden. Es wird wohl noch ein bis zwei Jahrzehnte dauern, bis sich die Wildkatze in vielen bayerischen Wäldern etabliert hat und bis dahin gibt es noch viel Arbeit zur Schaffung der dafür notwendigen grüne Korridore für die verstreuten Lebensräume.

Neuer Amphibienzaun in Aussicht

Am 10. März 2015 wurde der in die Jahre gekommene Amphibienschutzzaun in der Fischzucht aufgestellt und regelmäßig abgesucht, bis der Sturm Niklas dem maroden Zaun ein jähes Ende bereitete. Für das nächste Jahr wurde den Amphibienfreunden vom Landratsamt ein neuer Zaun versprochen. Eine wahre Luxusausführung verglichen mit dem, was bis jetzt eingesetzt wurde – trotzdem insistiert die Ortsgruppe weiterhin auf eine fest installierte Krötenschutzanlage, da nur so langfristig tatsächlich etwas an der prekären Situation für Molche, Grasfrosch, Erdkröte und Co. getan werden kann.

Mehr als 100 neue Bäume und Sträucher zieren den Thumsee

Mit jeweils zwei Klassen der Grundschulen Piding und Heilingbrunner Straße wurden Ende April und Anfang Mai 2015 rund um den Thumsee ca. 100 Bäume und Sträucher gepflanzt. Dabei unterstützt wurden die Ehrenamtlichen durch sehr engagierte Mitarbeiter der Stadtgärtnerei Bad Reichenhall, dem Forst und auch der Seewirt brachte sich mit kindgerechter Bewirtung vorbildlich ein. „Es hat sich hier eine wunderbare Zusammenarbeit aufgetan – dafür noch einmal herzlichen Dank. Für alle Beteiligten – ob groß oder klein – war es ein tolles Erlebnis und wir hoffen, dass wir wieder einmal so eine Aktion durchführen können“  resümierte die Vorsitzende.

 

Was tun mit Japanknöterich und indischem Springkraut

Die Devise von Pflanzenliebhaberin Monika Wölfel dazu lautet: Ersetzen mit rauhaarigen Weidenröschen, Sumpfkratzdisteln, Blutweiderich, Bittersüßen Nachtschatten oder einer anderen heimischen Pflanze. Das geht aber nur, wenn man sich im Fitnessparcours Natur fleißig einbringt und entsprechend rupft und jätet. Der Erfolg stellt sich dann fast von selbst ein, wie in der Marzoller Au ganz deutlich in diesem Jahr zu sehen war. Gerne würde die Ortsgruppe hier noch mehr Arbeit leisten – dafür braucht es aber viele Freiwillige. Monika Wölfel wird dazu in der örtlichen Presse zum entsprechenden Zeitpunkt wieder aufrufen und hofft auf gute Resonanz. Gerne kann auch der Kontakt über neophyten@hotmail.de aufgenommen werden.

 

Ausblick ins nächste Jahr: Renaturierung der Saalach – statt weiterer Verbau durch Wasserkraftanlagen

Unsere Nachbarn haben es uns vorgemacht: Mit 6,3 Millionen Euro wird die EU das Salzburger Naturschutzprojekt „Salzachauen“ in den kommenden fünf Jahren fördern. Ziel ist es, die Salzachauen durch umfangreiche Renaturierungsmaßnahmen wieder in einen guten ökologischen Zustand zu bringen. So etwas täte auch der Saalach in unserem Bereich gut, so die Ortsgruppenvorsitzende.

Die Saalach – ursprünglich ein typischer weit verzweigter voralpiner Wildfluss – wurde im 19. Und zu Beginn des 20. Jahrhunderts begradigt, eingeengt und massiv befestigt. Durch den Saalach-Stausee wird der ankommende Kies zurückgehalten, gebaggert und zum großen Teil einer wirtschaftlichen Verwertung zugeführt. Dadurch tiefte sich die Saalach massiv ein. Derzeit wird durch die Universität Stuttgart im Auftrag des Wasserwirtschaftsamtes Traunstein und des Amtes der Salzburger Landesregierung ein Geschiebemodell erstellt, auf das die Naturschützer mit Interesse warten. Schon jetzt steht fest, dass für die Einhaltung der Wasserrahmenrichtlinie (WRRL) der EU an der Saalach zahlreiche verbessernde Maßnahmen durchgeführt werden müssen. Sicher ist, dass eine Verbesserung der Lebensraumverhältnisse und der Reproduktionsbedingungen für Fische und Fischnährtiere geschaffen werden muss. Wie soll dieses mit dem Bau einer neuen Wasserkraftanlage am Nonner Steg vereinbar sein, fragt sich nicht nur die Ortsgruppe sondern auch die Vogelschützer und die Vereinigung Saalach-Allianz sowie viele interessierte Reichenhaller Bürger.

 

Kleines Budget – Finanzen okay

Als beauftragter Kassenprüfer bestätigte Ulo Scheuerl die ordnungsgemäße Führung der vergleichsweise bescheidenen Finanzmittel. Aufgrund dessen konnte der Vorstand entlastet werden.

Mit der Vorführung des Filmes „Was sind invasive Neophyten? Warum sind sie ein Problem? Was können wir tun?“ von Stefanie Schlosser und Katharina Blocher fand der Abend einen runden Abschluss.

Ute Billmeier




Naturschutzverbände und Saalachallianz beraten

„Eine Kathedrale für die Zukunft bauen“ In der Vision eines Naturparks Salzachauen sehen unsere österreichischen Nachbarn eine einmalige Chance, dem Fluss wieder neues Leben einzuhauchen und sind auf dem besten Wege dahin.

Was will man der Saalach noch alles zumuten?

(25.8.2015) Das fragte man sich bei einer Zusammenkunft der Saalach-Allianz in der vergangenen Woche im Gasthaus Schießstätte in Bad Reichenhall.

 

Geladen hatte Erich Prechtl von der Saalach-Allianz und alle Naturschutzverbände gaben sich ein Stelldichein: Bezirksfischereiverein, BUND Naturschutz, Landesbund für Vogelschutz und Tierschutzverein Bad Reichenhall. Schon daran konnte man erkennen, wie viel Brisanz das Thema Wasserkraftwerk „Nonner-Rampe“ enthält.

Den Anwesenden war klar, dass in Bayern alle Flüsse bereits jetzt weitgehend mit Kraftwerken ausgebaut sind. Bayern erzeugt mit diesen Kraftwerken ca. 15% seines Strombedarfs, ca. fünfmal so viel wie in den anderen Bundesländern. Selbst wenn man jetzt nochmals 1000 weitere Anlagen bauen und dabei alle noch vorhandenen natürlich fließenden Gewässer in Bayern opfern würde, ließe sich das Energiedargebot gerade einmal um ein halbes Prozent erhöhen.

Optimierung bestehender Kraftwerke und Einsparen von Energie

Das kann nicht der richtige Weg sein. Neue Wasserkraftwerke bedeuten hohe ökologische Schäden bei nur geringem ökonomischen Nutzen. Anstelle des Neubaus kann eine Optimierung der Energieausbeute an bestehenden Kraftwerken den Beitrag der Wasserkraft erhöhen, natürlich mit der Verpflichtung, dass eine Optimierung nicht zu ökologischen Verschlechterungen in Fluss und Aue führt.

Die „Energiewende“ in Bayern kann aber nicht erfolgreich sein, wenn das Einsparen von Energie eine völlig untergeordnete Rolle spielt. Im Energiekonzept der bayerischen Staatsregierung gibt es keine ernstzunehmenden Einsparziele. Eine Studie des BUND Naturschutz, angefertigt durch die Energieagentur Nordbayern, zeigt jedoch die Möglichkeiten auf: Einsparungspotential des Stromverbrauchs in Bayern bis 2030 (gegenüber 2010) um bis zu rund 38% sind möglich. Dabei enthalten nicht nur Verkehr und Industrie große Einsparpotentiale; auch in jedem Haushalt gibt es Möglichkeiten bei verbessertem Nutzverhalten.

Fische müssen wandern können

Alle Fischarten müssen, um überlebensfähige Populationen erhalten zu können, während ihres Lebenszyklus wandern. Sei es um Nahrungsgründe und Laichplätze aufzusuchen oder Winterquartiere zu erreichen. Durch die fehlende Durchgängigkeit unserer Flüsse sind bis heute fast 40% der ursprünglichen bei uns heimischen Fischarten ausgestorben, weitere 18% gelten als gefährdet. Die Saalach bietet im Bereich zwischen Luitpoldwehr und Käferhammerwehr die einzige Möglichkeit für eine sich selbst erhaltene Fischpopulation. Die Gewässerdurchlässigkeit ist daher ein zentraler Punkt im ökologischen Gewässermanagement. Die Europäische Union (EU) verfolgt mit der Wasserrahmenrichtlinie (2006/60/EG) aus dem Jahr 2000 ein ganzheitliches Schutz- und Nutzungskonzept für die europäischen Gewässer. Die Oberflächengewässer sollen möglichst im Jahr 2015, spätestens aber im Jahr 2017 einen „guten“ oder „sehr guten“ ökologischen Zustand erreicht haben. Fraglich ist, ob das geplante Wasserkraftwerk am Nonner Steg dieser Wasserrahmenrichtlinie stand hält.

Breitwasser statt Hochwasser

Alle Saalach-Anliegern denken noch mit Schrecken an das Hochwasser von Juni 2013. Am 02.06.2013 stieg das Grundwasser in weiten Teilen Karlsteins, sowie der Frühlingstraße, der Gewerkenstraße, Saalachstraße bis zur Teisendorferstraße und in Nonn hinter den Tennisplätzen. Im Einsatzbericht der Feuerwehr von Bad Reichenhall ist zu lesen, dass nur durch gezieltes Abpumpen in der Frühlingstraße und beim Umspannwerk der E.ON im Ortsteil Staufenbrück ein großflächiger Stromausfall (mit sicherlich schlimmen Folgen) im Stadtgebiet verhindert werden konnte. Am 03.06.2013 eskalierten die Probleme im Krankenhaus von Bad Reichenhall. Durch das immer schneller steigende Grundwasser drohte die Stromversorgung komplett auszufallen. Sämtliche Operationen wurden abgesagt und Intensivpartien wurden in andere Krankenhäuser verlegt.

So eine Wetterlage wie im Jahr 2013 kann sich jederzeit wiederholen. Wenngleich keiner  absehen kann, wie sich der geplanten Einstau der Saalach am diskutierten Kraftwerk auf das Grundwasser des damals betroffenen Areals auswirkt, so dürfte dennoch unumstritten sein, dass mit einem solchen Einstau schon bei geringeren als dem Hochwasserereignis von 2013 mit seinerzeit vergleichbaren Auswirkungen zu rechnen ist.

Unsere österreichischen Nachbarn hingegen haben bereits Nägel mit Köpfen gemacht: Am letzten Freitag wurde von Umweltminister Rupprechter und Wasserbau-Landesrat Schwaiger die Hochwasser- und Renaturierungsarbeiten am Saalach-Spitz eröffnet. Hier wurde der Saalach wieder mehr Raum und Dynamik eingeräumt – Platz für Breitwasser statt Hochwasser.

So ein Konzept wünschen sich die Umweltverbände für die Saalach und setzen auf eine Renaturierung der Strecke zwischen Luitpoldwehr und Käferhammerwehr.

Fazit:

Bei gesetzlich unabdingbarem Schutz der ökologischen Beschaffenheit der Saalach und ihrer darin lebenden artenreichen Fauna, dem notwendigen Schutz der im hochwassergefährdeten Gebiet lebenden Menschen und vorhandenen Gebäuden sowie dem möglichen hohen Einsparpotential an elektrischer Energie bedarf es zu den in Bayern schon vorhandenen weit über 4.000 kleineren Wasserkraftanlagen keiner weiteren, so dass sich eine solche auch an der Nonner Rampe erübrigt.

Ute Billmeier

Heimatzeitung


Predigtstuhl und die neue Forststraße

Rettungsweg wirft Fragen auf: Das stimmt!

 

(25.08.2015) Möchte aus meiner Sicht noch einige Fragen hinzufügen: Das Forstamt bemüht für seinen ausufernden, Natur und Landschaft zerstörenden Strassenbau gerne Kyrill und den Staatsfeind Nr.1, den Borkenkäfer. Will Herr Dr. Müller wirklich jeden Borkenkäferbaum am Berg erkennen und ausfliegen lassen? Wann ist dies zuletzt am Predigtstuhl erfolgt? Für wie beschränkt hält er uns eigentlich?

Dr. Müller wird zitiert, ein Forstweg zur Pflege des Schutzwaldes (!) an dieser Stelle habe sich nicht gerechnet. Wieso rechnet er sich jetzt? Wie hoch ist denn der Kostenanteil von Aicher am Bau der neuen Forststrasse? Wurde der Bau ausgeschrieben oder ist dies nicht notwendig, da sowieso Max Aicher baut? War der Bau der Strasse überhaupt genehmigt? Wenn ja, mit welchem Datum? Und wann war Baubeginn?

Ein Rettungsweg für die Predigtstuhlbahn mag wünschenswert sein, ob wirklich notwendig, erscheint mir zumindest fraglich, insbesondere wenn man die Folgen (s.u.) bedenkt. Die oberen Stützen sind ja keinesfalls erreichbar.

Wer zahlt jetzt 110.000 € für diese Strasse: der Forst. Wem gehört der Forst: dem Land Bayern, also uns allen. Wir alle zahlen. In Zukunft auch für den Unterhalt der Strasse. Genau so wie für den Kanal vom Hotel Predigtstuhl ins Tal. Dafür ist der Predigtstuhl ja extra vom Stadtrat zu einem eigenen Stadtteil erhoben worden, damit Zuschüsse fließen, oder kurz: Damit wir alle Aicher subventionieren dürfen. Obwohl dessen Stahlproduktion brummt  aufgrund der niedrigen (Industrie-)Strompreise.

Die Untere Naturschutzbehörde (UNB) meint, es würde kein Schutzwald gerodet, wo (s.o.) die Strasse doch zur Pflege desselben gebaut wird! Was ist dieser Bergwald oberhalb der B21 denn sonst? Wenn sogar das Argument bemüht wird, wegen der Gefahr des Steinschlags habe man die Gunst der Stunde (Verkehrssperrung wegen Bau der Schutzgalerie) genutzt. Die Strasse war jedoch bis Baumgarten befahrbar; warum wurde sie während der Sprengarbeiten nicht völlig gesperrt?

An der neuen Forststrasse findet sich teilweise ein provisorischer Schutzzaun gegen Steinschlag, in dem bereits große Steine hängen, direkt über der B21. Bisher brauchte es diesen Zaun nicht, der Wald mit seinem intakten Boden war genug Schutz. Jetzt ist der Boden aufgerissen, steile Felswände und Geröllböschungen sind entstanden, und der Erosion am Berghang ist Tür und Tor geöffnet. Was sagt denn das Strassenbauamt zur neuen Gefährdung der B21?

Für eine Schutzwaldrodung hätte die UNB eine Genehmigung erteilen müssen. Sie wurde wohl nicht gefragt. Andrerseits hätte sie dies vermutlich  genauso schnell erledigt wie 2012, als Aicher eine 400m lange Zufahrtsstrasse hoch oben am Poschberg zur Probebohrung benötigte. Bekanntlich ist Chef der UNB Landrat Grabner, ehemals Angestellter von Max Aicher.

Es hat offensichtlich in manchen Kreisen Methode, Tatsachen zu schaffen, bevor Argumente ausgetauscht werden, eventuell sogar bevor genehmigt wird. So wie kürzlich die Feuertreppe am Gasthaus Schroffen schon stand, bevor der Bauausschuss sie nachträglich absegnete. Bauherr: Max Aicher.

Wenn man den Tourismus auf den Predigtstuhl wirklich subventionieren möchte, dann auch die Zwieselalm: für Wasserversorgung, Kläranlage und Materialseilbahn. Das wäre konsequent. Aber nicht mit Forststrassenbau; reicht denn der Blick zum Untersberg als abschreckendes Beispiel nicht?

Zuletzt noch eine generelle Frage: Haben wir noch eine Demokratie, oder werden auch wir bereits von Oligarchen regiert?

Dr. Michael Wittmann, Karlstein - Leserbrief


Bäume pflanzen macht auch bei Regen Spaß

Kleine Baumkunde für Baumpflanzer

(09.06.2015) Diese Meinung vertraten die Kinder der beiden vierten Klassen der Grundschule Heilingbrunner Straße, Bad Reichenhall, die rund um den Thumsee  weitere 50 Bäume und Sträucher bei reichlich feuchtem Wetter pflanzten.

 

Gut ausgestattet mit Schaufeln, Spaten, Schubkarren und Dünger konnten die vom Forst gestifteten Eichen, Bergahorne, Buchen und eine beträchtliche Zahl von Sträuchern unter Leitung der Stadtgärtnerei Bad Reichenhall an ausgesuchten Stellen eingesetzt werden. Die Kinder brachten Banderolen mit ihren Namen an den von ihnen gepflanzten Bäumen an und wollen in Zukunft immer mal wieder nachschauen, ob es „ihren“  Bäumen auch gut geht.

 

Bei diesem Termin lernten die Kinder nicht nur, welchen Standort die einzelnen Baumarten bevorzugen und was ein Baum braucht um groß und stark zu werden, es wurde gleichzeitig auch interessantes über den Thumsee und die dort lebende Biberfamilie vermittelt.

 

Glück hatten die Kinder, dass man sich gerade rechtzeitig vor einem heftigen Regenschauer unter den großen Sonnschirmen – in diesem Fall eher Regenschirmen – des Seewirtes in Sicherheit bringen konnte. Dass die fleißigen Helfer dort vom Chef des Hauses mit Pizza und Limo für den Arbeitseinsatz belohnt wurde, fanden natürlich alle „super“. So könnte gerne jeder Schultag aussehen, fanden ein paar Buben, die kräftig angepackt hatten.

 

Das Team vom BUND Naturschutz der Ortsgruppe Bad Reichenhall, dass diese Aktion als Dank für die Haus- und Straßensammlung im März 2015 organisiert hat, freute sich über die gelungene Zusammenarbeit mit Forst, Stadtgärtnerei, Seewirt, Lehrern und den vielen fleißigen kleinen Gärtnern. Den Kindern hat es riesigen Spaß gemacht und um den Thumsee stehen jetzt ca. 100 Bäume mehr, an denen wir uns alle erfreuen können. So hat jeder etwas davon.

 

Ute Billmeier

 

 


Baumfällungen beschäftigen viele Bürger

Hauptsache Holz
Es war einmal ein großer Baum
Neophyten: Tipi - Knöterich
Foto: Monika Wölfel
 

(27.12.2014) Auch in der diesjährigen Hauptversammlung ging die Vorsitzende Ute Billmeier wieder auf alle wichtigen Ereignisse und Arbeiten im abgelaufenen Berichtsjahr innerhalb der Ortsgruppe des Bund Naturschutz Bad Reichenhall ein.

Insbesondere kam dabei dem Thema Baumfällungen zentrale Bedeutung zu, welches nicht nur die eigenen Mitglieder sondern auch zahlreiche Reichenhaller Bürger sehr betroffen machte: Bäume scheinen nicht mehr in unsere Zeit zu passen. Bäume werden von einigen nicht mehr als Sauerstofflieferanten oder Schattenspender oder einfach nur als verschönender Teil der Landschaft gesehen, sondern machen durch Laubabwurf und mit klebrigen Pollen Arbeit und Dreck und der Wert eines Baumes bemisst sich oft nur noch an seinen Festmetern Holz. Mit dem Argument  der Verkehrssicherungspflicht, des Hochwasserschutzes und mit der Begründung des Eschentriebsterbens wurden Bäume regelrecht abrasiert. Die zahlreichen Stellen kann man fast nicht aufzählen. In Bad Reichenhall waren u.a. die Nonner Au, der Hochwasserdamm in der Staufenbrücke, viele  Stellen entlang der Saalach, hinter dem Parkplatz an der Talstation der Predigtstuhlbahn, entlang der B 21 und rund um den Thumsee betroffen. Auf die mehrfachen Nachfragen der Ortsgruppe beim Straßenbauamt und beim Wasserwirtschaftsamt gab es immer die standardisierte Antwort, dass die Fällungen genehmigt und legal waren. Hier muss unbedingt ein Umdenken stattfinden. Sicherlich ist es nachvollziehbar, dass kranke Bäume entfernt werden müssen. Äste, die zu weit in die Straßen ragen, kann man beschneiden, aber Kahlschläge mit dem Argument des Hochwasserschutzes vorzunehmen, macht für Naturschützer keinen Sinn.

Biber

Hingegen sind die paar Bäume, die die Biber-Familie am Thumsee gefällt hat, gut  zu verschmerzen. Der Biber gehört zu den streng geschützten Tieren und ist ein wichtiger Verbündeter im Kampf um den Erhalt der Biodiversität und schafft anderen Tieren und Pflanzen Lebensraum. Besondere Baumexemplare lassen sich dabei gut mit stabilen Gitternetzmatten schützen. Ein Appell an alle Thumsee-Spaziergänger: Sollte die Biber-Familie mit ihren scharfen Zähnen es übertreiben, bittet die Ortsgruppe um Meldung. Einzelne Bäume können auf jeden Fall geschützt werden.

 Amphibienschutz

Auch auf den Amphibienschutz wurde noch einmal ausführlich eingegangen. Im Frühjahr wurde aufgrund der sich veränderten Situation an der Fischzucht durch den Bau der Mineralwasserabfüllanlage ein Amphibienschutzzaun aufgebaut. Über mehrere Wochen wurde dieser Zaun abgesucht und zusammen mit dem Vogelschutzbund konnten die Naturschützer über 400 Tiere sicher zum Laichteich bringen. Im kommenden Frühjahr wird es wieder eine Aktion geben, da bisher weder in Krötentunnel noch in fest installierte Krötenschutzanlagen investiert wurde. Die Arbeit der Freiwilligen darf aber nicht zum Dauerzustand werden. Hier muss mit der Stadt Bad Reichenhall eine passable Lösung gefunden werden.

 Wasserkraftwerke

Ein Blick in die Zukunft ergab, dass mit dem geplanten Schachtkraftwerk am Luitpoldwehr und dem angedachten Laufkraftwerk am Nonner Steg noch viel Aufklärungsarbeit auf die Ortsgruppe zukommt. Da die Saalach von der Talsperre Kibling bis zum Kraftwerk Rott mit 11 Querverbauungen ökologisch parktisch tot ist, ist die Ortsgruppe der Meinung, sich Gedanken darüber zu machen, wie diese Querbauten zurück zu bauen sind, um die Durchlässigkeit für Fische und andere Gewässerorganismen herzustellen, anstatt  mit weiteren Verbauungen für neue Kraftwerke den Gewässerzustand weiter zu verschlechtern. Das ist nach der Wasserrahmenrichtlinie nicht zulässig.

 Springkraut und andere Neophyten

Einen besonderen Dank gab es für die unermüdlichen Helfer, die sich bei den Rupfaktionen beim Springkraut und Japanknöterich eingebracht haben. Die von Monika Wölfel zusammen mit Stefanie Schlosser ins Leben gerufen Aktion hat dazu geführt, dass die Marzoller Au in diesem Herbst in vielen Arealen so gut wie keine Springkrautpflanzen mehr aufwies. Aus einer zuerst großen Gruppe haben sich ein paar hartnäckige Helfer heraus kristallisiert und durch die Unterstützung der neunten Klasse der Mittelschule wurde optimale Arbeit geleistet. In der nächsten Saison geht es ab April/Mai 2015 weiter. Nähere Informationen erhält man bei Monika Wölfel unter Tel.: 08651/64538 oder man wendet sich an neophyten@hotmail.de.

 Vortrag Dr. Wolfgang Scherzinger

Der im Anschluss von Herrn Dr. Scherzinger gehaltene Vortrag „Wildnis auf dem Vormarsch“ lies so manchen Zuhörer an die Wildnis am Gaswerksgelände denken. Spannend war es dort zu beobachten, wie sich die Natur das Gelände zurück eroberte. Leider wird dieser Wildnis jetzt bald der Garaus gemacht.

Mit dem Bericht des Schatzmeisters und der Entlastung des Vorstandes wurde der Ortsgruppe eine ordnungsgemäße Führung der Kasse bestätigt.

Eine besondere Freude war es zum Abschluss der Veranstaltung, Edda Rettelbach anlässlich des 100-jährigen Bestehens des BUND Naturschutz mit der Urkunde als langjährig

„aktivste Frau im Berchtesgadener Naturschutz“ ehren zu können.

 

Ute Billmeier


Natur erleben - hautnah

Bund Naturschutz bedankt sich bei den Mädchen und Buben der 4. Klassen mit Ausflügen unter Leitung von Peter Fischer

(07.08.2013) Mit einem Ausflug an den Thumsee bedankte sich der Bund Naturschutz, Ortsgruppe Bad Reichenhall, bei den Kindern der 4. Klasse der Grundschule Bayerisch Gmain für die Sammlung, die im Frühjahr durchgeführt wurde. Der Höhepunkt dieses Ausfluges war natürlich die Biberburg.

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Wanderweg am Zwiesel zur Forststraße umgebaut

Für große Holzerntemaschinen gut befahrbar
Für Wanderer einfach nur öd
Viele jahre war auf den Wegeunterhalt verzichtet worden
Es war einmal: ein Wanderweg

Aufgrund zahlreicher besorgter Hinweise der Mitglieder des BUND Naturschutz fand am 11.08.2014 eine spontane Begehung der Kreisgruppe BGL und der Ortsgruppe Bad Reichenhall am unteren Wegeteil zum Zwiesel statt.

(23.08.2014) Der erste Teilabschnitt des Weges vom Listsee, der unter der Stromleitung herführt, ist vom Verein „Freunde des Zwiesels e.V.“ am letzten Wochenende in Eigenregie saniert worden. Dieser vom Starkregen stark beeinträchtigte Weg ist dank der fleißigen Helfer jetzt wieder gut begehbar und hat den Charakter eines Bergweges behalten, wovon auch die Heimatzeitung in ihrer Ausgabe vom 12. Aug. 2014 berichtete

Leider stößt dieser Weg nach kurzer Zeit jetzt auf eine neue Forststraße. Aus dem bisher vorhandenen stark ausgewaschenen Waldwanderweg im mittleren Teil zum Zwiesel haben die Bayerischen Staatsforsten eine schwerlasttaugliche Straße für die Holzbewirtschaftung gemacht – breit genug um sie mit entsprechendem Erntegerät zu befahren. Großzügig wurden rechts und links dieser Forststraße die Bäume gefällt und teilweise der Fels gesprengt, damit man eine für die Holzbewirtschaftung günstige Trassenführung vornehmen konnte. Dafür hat man an manchen Stellen den alten Weg verlassen und eine geeignetere Straßenvariante gewählt. Außerdem führen von dieser Forststraße Stichwege in den Wald hinein, damit man profitmaximiert das Holz herausholen kann. Unverkennbar sollen damit auf lokaler Ebene die Vorgaben des Vorstandes der Bayerischen Staatsforsten umgesetzt werden.

Dennoch: Das Entsetzen bei den Mitgliedern der Kreis- und Ortsgruppe des BUND Naturschutz war groß. Nicht nur dass hier wieder einmal viele Bäume für eine Forststraße weichen mussten, sondern auch weil jetzt eine Begehung des Zwiesels im unteren Bereich von Bad Reichenhall aus nur noch auf Forststraßen möglich ist. Um zum schön gelegenen Waldweg „Mulisteig“ zu kommen, muss man jetzt mindestens 1 Stunde Anmarsch auf einer Forststraße in Kauf nehmen, auf die bei gutem Wetter erbarmungslos die Sonne scheint und den Anstieg erschwert.

Auch weist dieser Eingriff gleich mehrfach auf die Zerstörung unserer natürlichen Erholungslandschaft hin: Das dafür benötigte Gesteinsmaterial wird in nur wenige km entfernten Abbaugebieten z.B. in Oberjettenberg oder Bischofswiesen aus den Felsen heraus gebrochen. Es ist für jeden Naturschützer und Bergfreund unerträglich, wenn er mit ansehen muss, wie an einer Stelle der Berg abgetragen wird, um damit an anderer Stelle den Wald und schöne Wanderwege zu zerstören.

Bestimmt hätte man den alten Weg als Wanderweg kostengünstiger sanieren können. Forststraßen haben wir in diesem Bereich schon genug und im Staatswald besteht nach wie vor eine besondere Gemeinwohlverpflichtung, aber die erfüllt die neue Forststraße nicht, stellten Kreis- und Ortsgruppe des BUND Naturschutz fest.

Ute Billmeier


Bad Reichenhall - Nonn

Mineralwasser-Abfüllanlage und geplanten Veränderungen bei der Fischzucht

(06.08.2013) Werner Steinbacher gab ausführlich Auskunft über seine Pläne und die bisherigen Schritte zur  beabsichtigten Mineralwassergewinnung. Die „Waldquelle“ unmittelbar oberhalb der Fischzucht sei schon von den Ur-Karlsteinern in der Römerzeit genutzt worden, deren Siedlungen am Langacker nachgewiesen sind. Sie werde aus tiefen und sehr alten Grundwässern gespeist und verfügte über eine gut dokumentierte und außergewöhnlich günstige Mineralzusammen-setzungen und nachgewiesene Keimfreiheit.

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NEIN beim Bürgerentscheid

ALLE Bürger sind eingeladen
Was Sie unabhängig vom Straßenbauamt wissen sollten

Den Golling erhalten - Lärmschutz für die Bürger

(03.04.2013) Bad Reichenhall - Oberbürgermeister setzt bei Sonderbürgerversammlung auf einseitige Information durch das Straßenbauamt.

Richtig müsste es heißen: Lärmschutzverhinderungsamt

 

Seit Jahrzehnten mit der Planung befasst, seit Jahren in der Bearbeitung der Einwendungen im Planfeststellungsverfahren festgefahren, soll nun die zuständige Straßenbaubehörde Traunstein den Bürgern erklären, warum sie für den Bau des Kirchholztunnels stimmen sollen. Das ist das Demokratieverständnis der CSU. Unabhängige Fachleute wie der Stadt- und Verkehrsplaner Dr.-Ing. Ditmar Hunger stören da nur, denn sie kennen die ganzen Tricks mit denen gearbeitet wird, weshalb man bei der Sonderbürgerversammlung auch lieber unter sich bleibt und unangenehme Fragensteller mit allen taktischen Finessen versucht auszuschließen.

Ob das funktioniert? Es bleibt abzuwarten, denn zunehmend sind die Bürger nicht mehr bereit, widerspruchs- und widerstandslos alles hinzunehmen, was ihnen aufoktruiert werden soll.

Und was die angeblich fehlenden Voraussetzungen für Lärmschutz an der Umgehungsstraße betrifft: Wie wir wissen, zeigt das Straßenbauamt und seine Gutachter immer höchste Kreativität beim Herbeirechnen hoher Verkehrsbelastungen zur Wirtschaftlichkeitsdarstellung gewünschter Projekte. Wieso nicht auch mal kreativ sein für lärmgeplagte Anwohner/ Bürger?

Da ist doch was faul in der Struktur.


Der Kirchholztunnel

Eine ewige Geschichte?

 

(26.2.2013) Bisher wurde mehr als 30 Jahre geplant und fortgeschrieben, aber das Phantom Kirchholztunnel bewegt sich nicht von der Stelle. Es ist anhand der amtlichen Planunterlagen nachweislich ökonomischer Unsinn, und trotzdem wird weiter daran gearbeitet. Es bringt den Anwohnern an der Umgehungsstraße keine Erleichterung, keine Lärmentlastung, keine Verbesserung Ihres Umfeldes, aber die Menschen dort wollen das nicht glauben.

Denn es kann nicht sein, was nicht sein darf! Man wird doch nicht hunderte von Millionen Euros ausgeben, wenn das für die Anwohner, für die Kurstadt keine Vorteile bringt, so die einhellige Meinung. Deshalb werden die Fakten aus der Planung vielfach nicht zur Kenntnis genommen!

Es ist nicht nachvollziehbar, dass die Mandatsträger in Bund, Land und den Kommunalparlamenten sich nicht offen zur Wahrheit bekennen. Denn die Zahlen in einem Planfeststellungsverfahren haben ja immer einen entsprechenden Hintergrund. Natürlich hat der Verkehrsgutachter Prof. Dr.-Ing Harald Kurzak wieder einmal heftig übertrieben, als er die „Verkehrstechnische Untersuchung“ für das staatliche Bauamt in Traunstein angefertigt hat, darauf aufbauend sind auch die „Schalltechnische Untersuchung“ und die „Luftschadstoffuntersuchung“ sehr optimistisch für das Projekt ausgefallen, aber nun möglicherweise nicht mehr brauchbar.

Denn das ist jetzt mit dem Ergebnis der Straßenverkehrszählung 2010 ganz offensichtlich. Alle fünf Jahre werden als Grundlage für die weitere Planung von Verkehrswegen, offizielle Straßenverkehrszählungen durchgeführt. Die Ergebnisse sind im Internet unter http://www.baysis.bayern.de/verkehrsdaten/svz/default.aspx

http://www.baysis.bayern.de/verkehrsdaten/svz/default.aspx abzurufen.

Das ist für den Laien zwar schwer lesbar, aber in dem Fall handelt es sich um die Bundesstraße 21, im Bereich des Straßenbauamtes Traunstein. Wenn man jetzt noch die Zählstellennummern zuordnen kann, wie z.B. die Zählstelle 82439122 an der Loferer Straße, also Umgehungsstraße von Bad Reichenhall, geht einem ein Licht auf. Es wurden sowohl für die amtliche Verkehrszählung, als auch für das Gutachten von Prof. Kurzak im gleichen Jahr, also 2010 die Datengrundlagen erhoben. Während sich der Gutachter auf jeweils ein bis zwei Zählungen pro Zählstelle beschränkte, wurden für die SVZ 2010 acht Zählungen je Zählstelle durchgeführt, die automatischen Zählstellen liefern Ihre Daten ja kontinuierlich.

Der Gutachter will für den Bereich Loferer Straße 23.500 Fahrzeuge je 24 h ermittelt haben, bei der amtlichen SVZ im gleichen Jahr werden aber nur 20.190 Fahrzeuge angegeben. Diese 16% liegen aber immer noch im Bereich der statistischen Abweichungen. Gänzlich absurd wird es aber dann bei den Zahlen für den Schwerverkehr. Während die amtliche Verkehrszählung 2010 einen Anteil an Schwerverkehr (= LKW ab 3,5 to) von 7,4%, also 1498 LKW angibt, will der Gutachter 3280 Schwerverkehrsfahrzeuge je 24 h gezählt haben. Das hat nichts mehr mit statistischer Ungenauigkeit zu tun, dahinter ist eine ganz deutliche Absicht zu erkennen!

Üblicherweise ist auf Bundesstraßen ein Schwerverkehrsanteil von bis zu 20%, das wird jedenfalls bei der RLS 90 (Richtlinie für Lärm an Straßen) für die Lärmberechnung angenommen, falls keine differenzierten Zählungen vorliegen. Diese 7,4 % sind so unglaublich weit entfernt von einer starken Belastung, oder auch Überbelastung der Bundesstraße, dass dieser Wert für eine positive Beurteilung im Gutachten erheblich angehoben werden musste. Von diesen vollkommen abwegigen Schwerverkehrszahlen geistern aber noch mehrere in diesem Gutachten herum.

Und nur mit diesen weit überhöhten Zahlen lassen sich Lärm-Entlastungen an der Umgehungsstraße von 3,8 dB(A) errechnen. Wenn man aber die Zahlen aus der amtlichen SVZ nimmt, und von der Annahme ausgeht, dass die Umgehungsstraße tatsächlich um 15% vom Verkehr entlastet wird, dass danach tatsächlich nur noch 760 LKW auf der Umgehungsstraße fahren werden, wie vom Gutachter angenommen, dann gibt es für die Anwohner an der Umgehungsstraße eine Lärmreduzierung von weniger als 2 dB(A). Zum Vergleich: Durch den neuen Straßenbelag wurde eine Entlastung von 2-4 dB(A) erreicht, sagt Martin Bambach vom Straßenbauamt. Aber die Anwohner der Umgehungsstraße wollen das nicht glauben, dafür kann man doch nicht einen solch riesigen Tunnel bauen! Für nichts und wieder nichts!

Mit einem aktiven Schallschutz, also Schallschutzwänden, werden üblicherweise 15 bis 20 dB(A) erreicht, angeblich sind sogar 40 dB(A) möglich, wie dieses Beispiel zeigen will:
http://www.k-nord.com/index.php?id=66

Und nur eine solche Lösung wird eine Alternative für die Anwohner an der Umgehungsstraße sein.

Aber das wird nur möglich sein, wenn diese eitle und einseitige Planung unverzüglich eingestellt wird. Das weiß die Stadt, das wissen alle Mandatsträger und trotzdem will es niemand offen sagen. Wovor hat man Angst? Vor einem Beamtenapparat, der selbstgefällig in sich ruht? Der im Falle Kreisverkehr Schneizlreuth  ganz klar vorgibt: Wenn der Kreisverkehr dort nicht gewollt ist, wird man alle Baumaßnahmen so lange aussetzen, bis die Brücke dort baufällig ist und ersetzt werden muss. Das ist die Sprache von Beamten, die keinen Bezug mehr zur Realität besitzen. Werden wir das akzeptieren, werden wir das akzeptieren müssen?

Gutachterliche Stellungnahmen

versus

Amtliche Straßenverkehrszählung 2010

Im Jahre 2010 wurde das Verkehrstechnische Gutachten für den Kirchholztunnel durch Professor Dr. Kurzack erstellt, das viele Fragen aufwarf. Es waren so eklatante Abweichungen zum „gefühlten“ Verkehrsaufkommen vorhanden, so dass die „IG Kirchholztunnel“ sogar selbst eine Verkehrszählung organisierte.

Im Jahre 2010 fand auch die alle fünf Jahre durchgeführte „Straßenverkehrszählung“ statt. Auch diese offizielle Straßenverkehrszählung, die jetzt nach eineinhalb Jahren schon zur Verfügung steht, weicht erheblich von den Ergebnissen des Verkehrsgutachtens von Professor Dr. Kurzak ab. (Siehe Grafik)

Peter Renoth


Stellungnahme:Gaswerksgelände

Erstes Treffen 2013 der Ortsgruppe Bund Naturschutz Bad Reichenhall

(07.02.13) Zwanzig Mitglieder konnte die Vorsitzende der Ortsgruppe Bund Naturschutz, Ute Billmeier,  beim ersten Treffen im diesem Jahr mit dem Hauptthema Kirchholztunnel am 31.01.2013 begrüßen.

  Einige der Anwesenden gaben zunächst ihrer Verwunderung Ausdruck zu dem im Reichenhaller Tagblatt am 26./27. Jan. 2013 erschienenen Artikel  „Bodendenkmäler auf Industriegebiet“, in welchem zu lesen war:  „Der Landesbund für Vogelschutz und der Bund Naturschutz in Bayern hingegen begrüßten das Einkaufszentrum auf dem Alten Gaswerksgelände als Folgenutzung ehemaliger Industrieflächen“.

 Dazu stellte die Vorsitzende richtig, dass man sich im Juni 2012 gegen die Nutzung der Fläche mit Einzelhandelsunternehmen geäußert hätte und verlas daraufhin das Schreiben an die Stadt Bad Reichenhall, dessen erster Absatz wie folgt lautet:

 „Grundsätzlich ist festzuhalten, dass es besser ist bereits vorhandene Gewerbeflächen zu bebauen, als immer wieder Grünflächen zur Bebauung umzuwidmen. Da der Bereich „Am Pulverturm“ seit ca. 10 Jahren sich selbst überlassen ist, hat sich auf den Kiesflächen ein dichter Bewuchs von Ahorn, Birken und Weiden eingestellt. Durch die schöne Aussicht auf den Pulverturm und die alten Stadtmauern, eignet sich dieses Gelände als weiteres Naherholungsgebiet für die Stadt Bad Reichenhall und nicht als Gewerbegebiet, zumal sich direkt daran das landwirtschaftlich genutzte Wiesengebiet rund um die Burg Gruttenstein anschließt.“

 Weiter verwies der BN darauf, dass Bad Reichenhall mit den Einkaufsmöglichkeiten im städtischen Bereich so gut versorgt ist, dass auf weitere Einzelhandelsflächen im Außenbereich verzichtet werden könnte. Interessierte finden den gesamten Brief im Internet auf der Seite der Ortsgruppe Bund Naturschutz Bad Reichenhall und im Schaukasten gegenüber der alten Saline.

 Das Hauptthema des Abends – der Kirchholz- und Stadtbergtunnel und das geplante Ratsbegehren – wurden nach einem kurzen Vortrag von Peter Renoth heftig diskutiert. Bereits in den 80er Jahren wurde das Raumordnungsverfahren durchgeführt. Mehr als 30 Jahre beschäftigen sich Politik und  Bürger von Bad Reichenhall und Bayerisch Gmain mit diesem Thema, mit dem Erfolg, dass es keine Lösungen für dringende Lärmschutzmaßnahmen und alternative Verkehrskonzepte gibt. Bis zum Jahr 2015 ist keine Finanzierung dieses Projektes geplant. Es ist unwahrscheinlich, dass der Kirchholz- und Stadtbergtunnel mit seinen Baukosten von derzeit ca. 200 Mio. € in den vordringlichen Bedarf des Bundesverkehrswegeplanes kommt. Immenser Verbrauch und Zerstörung der Landschaft, Baulärm, Dreck und Staub sowie eine Stilllegung der Solequellen während der Bauzeit, die zwischen 4 und 6 Jahren liegen kann, machen  dieses Projekt für den Bund Naturschutz undenkbar. Es stellt sich die Frage, was ein Heilbad wie Bad Reichenhall 4 Jahre und mehr ohne seine Solequellen macht? Wie wird in dieser Zeit die Therme betrieben, was den Kurgästen an Solewasser angeboten. Sind nach solchen Baumaßnahmen überhaupt noch Solequellen vorhanden? Inwieweit muss man mit Verunreinigungen rechnen? Fraglich ist auch, was das geplante Ratsbegehren mit der Frage: „Sind Sie dafür, dass sich die Stadt Bad Reichenhall dafür einsetzt, eine zeitnahe Verwirklichung des Kirchholz- und Stadtbergtunnels zu erreichen?“ bewirken soll. Die geschätzten Kosten für dieses Ratsbegehren belaufen sich auf 15.000,- €. Da es sich um eine Bundesstraße handelt, werden Kirchholz- und Stadtbergtunnel zur Bundesangelegenheit und fallen damit noch nicht einmal in den Wirkungskreis der Stadt Bad Reichenhall. Jedem Anwesenden war klar, dass umgehend ein Lärmschutz an der Umgehungsstraße erforderlich ist. Dafür wären die ca. 15.000,- €, die das Ratsbegehren kostet, ein guter Anfang. Da ab 2012 keine Verkehrszunahmen (lt. Gutachten Dr. Kurzak) mehr zu erwarten sind, sollte sich das Thema Kirchholz- und Stadtbergtunnel nun endgültig erledigt haben.

 Weiter ging es in der Tagesordnung: der Entsorger msp besorgt immer mehr Anwohner in Marzoll und das von Fa. Max Aicher geplante PSW am Poschberg lässt jeden wirklichen Naturschützer aufschreien. Auch hier gab es erheblichen Diskussionsbedarf.

Fazit: Alles, was gegen die Natur ist, hat auf die Dauer keinen Bestand. Dieses Zitat ist von Charles Darwin - nicht vom Bund Naturschutz – passt aber bei allen Eingriffen, die vor unserer Haustür passieren.

Ute Billmeier

Ortsvorsitzende

 

 


Für einen Lindenbaum

Josephine, Hanna, Maria, Sophie und Emily
Mutige Mädchen engagieren sich
in Bayerisch Gmain für einen Baum

Die mutigen Mädchen

(24.09.2012) Auch bei den Kindern in Bayerisch Gmain hat es sich herum gesprochen, dass die völlig gesunde Linde auf der Oberen Bahnhofsstraße der Kettensäge zum Opfer fallen soll.

Fünf mutige Mädchen – Josephine, Hanna, Maria, Sophie und Emily – haben sich am letzten Sonntag zusammen getan und vor der Linde mit Plakaten demonstriert. Sie sind der Meinung, dass dieser Baum noch viele Jahre leben soll.

Dazu schmückten sie den Baum mit einer selbstgebastelten Girlande, auf der zu lesen ist: „Mitleid mit mir“ – „Rettet den Baum“ – „Ich will leben“ und vielen weiteren Bitten. Sie machten sich damit stellvertretend zu  Anwältinnen des Baumes.

Außerdem haben sie den Baum gemalt und möchten in ein paar Tagen ihre Bilder dem Bürgermeister und den Gemeinderäten mit der Bitte übereichen

RETTET DIESEN BAUM

Der Bund Naturschutz bedankt sich bei den Mädchen ganz herzlich für ihr mutiges Engagement!!

Ute Billmeier

Ortsvorsitzende


Genehmigung für msp widerspricht grundsätzlichen Leitlinien der Landesentwicklung

Marzoll / Türk ist kein Ort für Mülldrehscheibe
Direkt gegenüber: Wohnhäuser mit Fereienappartments

BN- Ortsgruppe unterstützt Verein „Lebenswertes Bad Reichenhall“

(31.05.2012) Die Ortsgruppe des Bund Naturschutz Bad Reichenhall beschäftigt sich bei ihren monatlichen Treffen mit Brennpunkten, welche in den der Ortsgruppe angehörenden Gemeinden auftreten und behandelt diese Thematiken schwerpunktmäßig.

 Bei der letzten Versammlung in Marzoll ging es hauptsächlich um die Ansiedlung der Firma msp in Marzoll/ Türk. Dank der Anwesenheit zahlreicher Mitglieder des örtlichen Vereins „Lebenswertes Bad Reichenhall“, erfuhren die Anwesenden der Ortsgruppe den aktuellen Stand zur Petition und die weitere Vorgehensweise zur Verhinderung dieser überregionalen Müllverwertungs-Ansiedlung.

 Wie Ortsvorsitzende Ute Billmeier ausführte, unterstützt die Ortsgruppe des Bund Naturschutz Bad Reichenhall die Kritiker dieser Ansiedlung komplett. Nach ihrer Ansicht gehören Müllumschlagplätze dieser Größenordnung auf keinen Fall in ein kleines Gewerbegebiet in einer Kurzone sondern in ein Industriegebiet. In direkter Nachbarschaft  befinden sich Wohnhäuser und Ferienwohnungen.

BN-Vorstandsmitglied Monika Wölfel sorgt sich auch um die angrenzende Marzoller Au, das einzige südbayerische Refugium für den Tagschmetterling „Kleiner Maivogel“. Dieses FFH-Gebiet gehört zur Natura 2000 und ist mit seinen Auenwäldern mit Beständen von Schwarzerlen und Eschen besonders und dauerhaft zu schützen. Einhergehend mit den in den Medien in letzter Zeit fast wöchentlich gemeldeten Bränden in solchen Anlagen mit stets verheerenden Schäden in deren Umfeld, muss hier von einer besonderen Gefahrensituation ausgegangen werden.

Das betrifft zuerst die Anwohner in der näheren Umgebung aber auch das Image der Kurstadt Bad Reichenhall. Und natürlich sind Schädigungen in diesem  wertvollen Natura 2000-Biotop keinesfalls auszuschließen, einmal von der zu erwartenden Rauchentwicklung mit giftigen Gasen und zum anderen vom Abfluss des belasteten Löschwassers im Falle eines Brandes. Schon deshalb stellt auch die Ortsgruppe Bund Naturschutz, ebenso wie der Verein „Lebenswertes Bad Reichenhall“ die in Marzoll beantragte und vom Landratsamt genehmigte Anlage zum Zwischenlagern und Behandeln von jährlich 84.000 Tonnen an Abfällen, darunter auch gefährliche, uneingeschränkt in Frage.

Besonders unverständlich war allen Teilnehmern, wieso hier in besonders krasser Weise gegen das Landesentwicklungsprogramm verstoßen wird. Der Landesentwicklungsplan 2006 für Bayern beinhaltet in Bezug auf den Tourismus grundsätzliche Leitlinien und rahmengebende Aussagen. Er definiert 5 Teilgebiete mit erheblichem Urlaubstourismus, wo nachfragegerechte qualitative Verbesserungen der Angebote den Tourismus nachhaltig sichern und weiterentwickeln sollen.

An erster Stelle steht dabei das Berchtesgadener und Reichenhaller Land und wird als ‚Ausgeprägtes Cluster’ im Bereich Gesundheit/Wellness/Tourismus genannt. Nach Ansicht aller Teilnehmer hat hier die Entscheidungsbehörde Landratsamt versagt, denn schon allein mit Hinweis auf diese grundsätzlichen Leitlinien war die Genehmigung zu versagen, ‚es sei denn’, so Kreisvorsitzende Rita Poser, ‚man sieht in einer Mülldrehscheibe samt gefährlichen Abfällen ein neues Entwicklungspotential für nachfragegerechte und qualitative Verbesserungen im Sektor Gesundheit/Wellness/Tourismus’.


Mitgliederehrung 2012

Mitgliederversammlung 2012

(2.4.2012) Landesgeschäftsführer Peter Rottner gratuliert und dankt langjährigen Mitgliedern für ihre Unterstützung.

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Mitgliederversammlung 2012

Ute Billmeier (2. v. l.) nimmt Glückwünsche von Michael Nürbauer(3. v.l.) zur Wahl entgegen; Peter Fischer, Landesgeschäftsführer Peter Rottner, Rita Poser
Der neue Ortsvorstand: Dr. Ernst Billmeier, Peter Fischer, Ute Billmeier, Monika Wölfel, Peter Renoth, Wolfgang Huber

Ute Billmeier neue Vorsitzende der BUND Naturschutz Ortsgruppe Bad Reichenhall

 (30.03.2012) Bei der gestrigen Mitgliederversammlung wurde ein neuer Ortsvorstand gewählt. Michael Nürbauer, der bisherige Ortsvorsitzende, freute sich, dass mit Ute Billmeier eine engagierte Frau als Ortsvorsitzende durch ein klares Votum der Versammlung zu seiner Nachfolgerin gewählt wurde. Wegen seiner zahlreichen beruflichen und kommunalen Verpflichtungen hatte er nicht wieder kandidiert. Als Stellvertreter wurde Peter Renoth von der Kirchholztunnel - Initiative und als Schatzmeister Wolfgang Huber gewählt. Beisitzer sind Peter Fischer, Dr. Ernst Billmeier und Monika Wölfel. Besonderer Arbeitsschwerpunkt ist ein lebenswertes Bad Reichenhall und dazu gehören die Verhinderung einer Mülldrehscheibe von msp in der Kurzone Marzoll – Türk und des Hotelmonsters von Bayerisch Gmain. Statt der Dauerplanung Kirchholztunnel muss die Stadt ein integriertes Verkehrskonzept in Auftrag geben, damit Anwohner vom Verkehrslärm entlastet werden und die Schadstoffbelastung sinkt.

Vorsitzende: Ute Billmeier

Stellvertreter: Peter Renoth

Schatzmeister: Wolfgang Huber

Beisitzer: Peter Fischer, Dr. Ernst Billmeier, Monika Wölfel

Kontakt über BN-Geschäftsstelle Bad Reichenhall

Poststraße 23, 83435 Bad Reichenhall

e-mail: berchtesgadener-land@bund-naturschutz.de

 


Bürgermeinungen

Hier wird das Hotelmonster von Bayerisch-Gmain geplant

Bund Naturschutz unterstützt Bayerisch Gmainer

(16.01.2012) aktualisert  23.1.2012

Bürgermeinungen zum Projekt

1 Franz Rieser

2 Peter Höser

3 F. Mailinger

4 Stefan Knorsch


Obdachlosenunterkünfte

 

Wohncontainer im Wald sind menschenunwürdig

Bund Naturschutz  und Tierschutzverein lehnen die Obdachlosenunterkünfte  beim Tierheim ab.

(22.10.2010) Die Reichenhaller Ortsgruppe des Bundes Naturschutz steht den Plänen für eine Obdachlosenunterkunft beim Tierheim in der Grabenbachau ablehnend gegenüber.

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Klimawandel angekommen

Veranstaltung mit Prof. Seiler zum Thema Klimawandel und Naturkatastrophen

24.07.2010

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