Wie wir Bürger mit der Energiewende verschaukelt werden

Umweltminister Altmaier widerspricht sich selbst in nur wenigen Tagen

(15.07.2012) In Spiegel-online ist am 15.07.2012 unter dem Titel ‚Altmaier zweifelt an Prognosen der Regierung’ nachzulesen, „Die Bundesregierung hatte im Zuge der Energiewende das Ziel ausgegeben, erneuerbare Energien sollten bis 2020 etwa 35 Prozent des Stromverbrauchs abdecken. Um dies zu erreichen, soll auch der Stromverbrauch um zehn Prozent sinken. Dieses Ziel stellt Altmaier nun in Frage.“

Und weiter:

‚Achten will er dabei besonders auf die Strompreise.’ "Wenn wir nicht aufpassen, dann kann die Energiewende zu einem sozialen Problem werden", sagte er der Zeitung. Die Frage der Bezahlbarkeit von Energie sei aus den Augen verloren worden. "Für mich hat höchste Priorität, dass Strom bezahlbar bleibt."

 

In der SZ vom 04.07.2012 wird unter der Überschrift „Altmaier warnt vor Alleingängen“ u.a. berichtet

...“Zudem hatte der CSU-Chef (Seehofer) einen Plan vorgestellt, große Teile des künftigen Energiebedarfs durch die Verstromung bayerischer Gülle zu decken. Altmaier meinte dazu, jedes Bundesland könne eigene Wege gehen, wichtig sei aber vor allem die Koordination der Energiewende. So sei es wichtig, dass am Ende nicht zu viel Strom auf dem Markt sei.

 

Nach der Marktideologie bedeutet zuviel Strom am Markt, dass die Preise sinken, davon würden wir Verbraucher profitieren.

Nur 11 Tage später sagt derselbe Umweltminister, für ihn habe höchste Priorität, dass Strom bezahlbar bleibt.

Was nun Herr Minister Altmaier, Priorität der Gewinne der Stromkonzerne oder soziales Problem des bezahlbaren Stroms?

Die ganze Konfusion um die Energiewende ist auch daran abzulesen, wie tausende Kilometer neuer Stromautobahnen errichtet werden sollen, damit der Windstrom von Nord nach Süd geleitet werden kann. Dabei hat die Energieautarkie für Bayern höchste Priorität, d. h. wir wollen gar keinen Windstrom aus dem Norden; wozu also dann die Stromautobahnen?

spiegel online

Energiewende:Ein wahres Wort zur rechten Zeit

Wo war die CSU?

Leserbrief von Hias Kreuzeder in der Südostbayerischen Zeitung entlarvt CSU-Aktionismus

(09.06.2012) Zum Leserbrief

Pumpspeicherwerke keine Lösung

Nur ein kleiner Vorgeschmack - wie soll der Schwerlastverkehr hier abgewickelt werden?
Bergwald soll vernichtet werden - Klimaschutz?

Für moderne Technologie - gegen immer mehr Beton

(09.12.2011) Gerhard Polts Aphorismus 'Was man liebt, betoniert man nicht!' sollte auch für unsere wunderschöne Landschaft gelten. Die immer neuen Pläne für immer größere Betonwannen neuer Pumpspeicherwerke in unseren Gebirgen lehnt der Bund Naturschutz ab. Mit dieser Uralt-Technologie kann nachhaltig weder die Energiewende noch regenerative Energie befördert werden.

Bei der Informationsveranstaltung im September zur Vorstellung der Pläne von Max Aicher für ein Pumpspeicherwerk einschließlich Dolomitabbau auf dem Poschberg, Gemeinde Schneizlreuth, entstand teilweise der Eindruck, der Bund Naturschutz unterstütze das Projekt als Beitrag für die Energiewende und regenerative Energien.

 Dazu möchte der Bund Naturschutz feststellen, dass die geplanten Pumpspeicherwerke (PSW) weder etwas mit regenerativer Energie noch der Energiewende zu tun haben und deshalb abgelehnt werden. Das obere Betonbecken wird mit billigem Nachtstrom befüllt und der tagsüber in Spitzenlastzeiten erzeugte Strom teuer an der Leipziger Strombörse verkauft. Durch immer mehr Photovoltaikanlagen werden die Preisspitzen zunehmend gedämpft, so dass dieses Geschäftsmodell – billigen Nachtstrom am Tag teuer verkaufen – nicht auf Dauer funktioniert. Inzwischen haben die Bad Reichenhaller Stadtwerke und die Stadtwerke Ulm/ Neu-Ulm (SWU) ebenfalls Pläne für Pumpspeicherwerke bekannt gemacht.

Land der Hochtechnologie

‚Als Land der Hochtechnologie können wir doch nicht so eine überholte Technik zur Speicherung von großen Energiemengen einsetzen’, gibt BN-Kreisvorsitzende Rita Poser zu bedenken. ‚Das befördert zwar die Zementindustrie, die Produktion schwerer Baumaschinen und produziert viel zusätzlichen Schwerverkehr, aber die Lebensqualität der Bevölkerung verbessert es nicht. Dabei soll Wirtschaft die Lebensqualität der Menschen doch verbessern,’ so Poser weiter.

Unter diesem Fokus ist das gemeinsame Konzept vom Zentrum für Sonnenenergie und Wasserstoff-Forschung (ZSW) in Stuttgart, der Firma "SolarFuel"Gas sowie dem Fraunhofer-Institut für Windenergie und Energiesystemtechnik (IWES) in Kassel absolut innovativ und zukunftsfähig. Das Projekt wird vom Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit gefördert. Auch Greenpeace-Energy arbeitet eng mit den Forschern zusammen und hat bereits ein Gas-Angebot für Kunden entwickelt.

Wind und Sonne zu Wasserstoff und Methan

Nach diesem Konzept wird Strom aus regenerativen Energien - wie Wind und Sonne - durch chemische Reaktionen in Wasserstoff und Methan umgewandelt. Besonders interessant dabei ist, dass die Technik dahingehend entwickelt wurde, das benötigte Kohlendioxid aus industriellen Anlagen nutzen zu können. Die Versuchsanlage wird mit Kohlendioxid aus Biogasanlagen gespeist, die wiederum mit Gülle und Abfällen – nicht mit Mais - betrieben werden.

Im windenergiereichen Norddeutschland gibt es riesige Erdgasspeicher. Es müssen also keine neuen Speicher gebaut werden. Bei Bedarf kann das erzeugte Gas in Gaskraftwerken zur Stromerzeugung genutzt werden. Mit dieser Technik können Flauten bei Wind und Sonne über mehrere Wochen problemlos abgedeckt werden. Der Verband der bayerischen Wirtschaft hatte sich erst kürzlich dafür ausgesprochen, neue Gaskraftwerke an den Atomstandorten zu etablieren, weil dann die vorhandenen Stromtrassen genutzt werden können. Das erscheint auch dem BN sinnvoll.

Längere Energieflauten abdecken

Beim Pumpspeicherwerk von Max Aicher wird das Wasser über mindestens zehn Stunden hinaufgepumpt und nach acht Stunden Auslauf ist der Speicher wieder leer. Um eine Energieflaute abzudecken, müsste der Speicher also um ein Vielfaches größer sein, genauso wie bei der Anlage der Stadtwerke Bad Reichenhall oder die SWU. Unverständlich ist für die Naturschützer, dass die SWU bei ihrer räumlichen Nähe zu Stuttgart sich nicht der nachhaltigen und zukunftsfähigen Technik des Zentrums für Sonnenenergie und Wasserstoff-Forschung zuwenden.

Gewerbesteuer nur auf dem Papier

Den Kommunen die Anlagen mit Gewerbesteuereinnahmen schmackhaft zu machen, ist nach Meinung von Poser zu hinterfragen. Da die hohen Investitionskosten über viele Jahre abgeschrieben werden, stehen die Millionen vor allem auf dem Papier. Auch die Aussagen zu einem Rückbau der Anlage ist zu schwammig, denn nur wenn im Vorfeld entsprechende Sicherheitsleistungen hinterlegt werden, wird der Rückbau passieren.

 Der Kreisvorstand des BN ist sich einig bei Gerhard Polts Aphorismus 'Was man liebt, betoniert man nicht!', denn immer mehr Menschen – nicht nur beim Bund Naturschutz - lehnen die Betonierung der Heimat durch überzogene Großprojekte mit veralteter Technik ab.

Studie des Frauenhofer- Instituts

Was man sonst noch wissen sollte: Auf der Suche nach Unterbringungsmöglichkeiten für Elektroofenschlacke (EOS) aus den Aicher-Stahlwerken ist man gerade in Wellheim, Landkreis Eichstätt, in einem Quarzsandabbaugebiet fündig geworden. In Schneizlreuth hätte man dann das Dolomitabbaugebiet...

 

Für Rückfragen: Rita Poser, Tel. 08652 978767