Gentechnik - für wen ein Gewinn?

Gespannte Aufmerksamkeit für Hubert Weiger
Leistungskurs Biologie vom Gymnasium Berchtesgaden
Auch aus Salzburg waren Landwirte gekommen
In der Diskussion
Leiteten die Diskussion: Simon Angerpointner und Rita Poser
Der Initiator der Veranstaltung: Josef Lamminger (r.)
beste Produkte der Imker
Konkrete Tipps für Verbraucher
Eva Simon von Zivilcourage
Rücksichtslos gegen die Umwelt
Wie betroffen Imker sind
Hubert Weiger im Gespräch mit hias Kreuzeder

Agro-Gentechnik – für wen ein Gewinn?

Warum sie Verbrauchern nichts nützt und Landwirten und Imkern schadet

 (17.11.2010-Freilassing, Rathaussaal) Ein breites Spektrum von Verbänden und Vereinen wie Zivilcourage, Bund Naturschutz, Solidargemeinschaft Berchtesgadener Land, Imkerverein Freilassing, Bund Deutscher Milchviehalter hatte sich an der Veranstaltung beteiligt. Mit allen Mitteln versuchen die großen Gentechnikkonzerne ihre Produkte am Markt zu etablieren. Dass dabei kaum Rücksicht auf die Interessen der Allgemeinheit genommen wird und versucht wird, „Widerspenstige“ mit allen Mitteln mundtot zu machen, darüber informierten Prof. Dr. Hubert Weiger und ein kurzer Videobeitrag mit dem kanadischen Farmer Percy Schmeiser. Eva Simon von Zivilcourage zeigte anhand praktischer Beispiele die Macht des Einzelnen, um die Gentech-Lobby aus unserer Ernährung fern zu halten. Der Imkerverein informierte über die Bedeutung der Bienen für unsere Ernährung und welche unvorhersehbareTücken die Agro-Gentechnik für die Imker bereit hält.

Durch seinen Kampf gegen Monsanto wurde Percy Schmeiser zu einer der Ikonen für den Widerstand gegen die Agrarlobby der grünen Gentechnik. Ihn hatte Monsanto zu Schadensersatzzahlungen verklagt, weil seine Felder mit Genraps von Monsanto verseucht waren. In jahrelangen Prozessen mit großem persönlichen Einsatz gelang es ihm, den Spies  umzudrehen und Monsanto musste zahlen.

Auf grund seiner Erfahrungen warnt er inzwischen weltweit vor der Agrogentechnik, denn sie vernichtet bäuerliche Existenzen zugunsten der industriellen Agrarfabriken.

 

Prof. Dr. Hubert Weiger, Landesvorsitzender Bund Naturschutz in Bayern e.V. machte anhand von anschaulichen Beispielen deutlich, dass es keine Koexistenz zwischen konventioneller Züchtung und Agro-Gentechnik geben kann. Wird Honig zum Sondermüll durch GVO-Kontamination? Ein Imker muss mit seinem Bienen weichen, weil in der Nähe GVO (gentechnisch veränderte Organismen) angebaut werden

Trotz Anbauverbots von Genmais wurde im Frühjahr 2010 kontaminiertes Saatgut an Landwirte ausgeliefert und auf ca.3000 Hektar ausgesät. Der Genmais-Anteil betrug bis zu 0,1 Prozent, was etwa 100 Pflanzen pro Hektar entsprach. Die Mais musste beseitigt werden, die Landwirte erhielten bis heute keine Entschädigung.

Simon Angerpointner vom Imkerverein informierte über seine Erkenntnisse, die Imker im Zusammenhang mit Pestiziden und GVO’s auf Bienenvölker in den letzten jahren gemacht haben. Das kann nur dazu veranlassen, die Agro-Gentechnik abzulehnen.

Eva Simon, Zivilcourage BGL machte den Gästen Mut zum Widerstand und zeigte, mit welch einfachen Mitteln beim Einkauf der grünen Gentechnik die kalte Schulter gezeigt werden kann.

In der anschließenden Diskussion äußerten sich die Teilnehmer überwiegend kritisch zur Agro-Gentechnik und stellten den behauptete Nutzen absolut infrage. Gefragt wurde auch nach dem wissenschaftlichen Beweis, dass gentechnisch veränderte Pflanzen ein höheres Allergiepotential haben als die aus herkömmlicher Züchtung stammenden und was an Glyphosat nachteilig ist, da man es in den Gartencentern nicht einmal im Giftschrank verschließt.

(Glyphosat ist der Wirkstoff im Roundup, dem universellen Pflanzenvernichtungsmittel, dass nur die gentechnisch veränderte Pflanze nicht schädigt)

Hubert Weiger verwies auf aktuelle argentinische Untersuchungen, die belegen, dass Glyphosat auch für Nichtzielorganismen schädlich ist, insbesondere Fische und Amphibien.

PM des BN mit Hintergrund-Infos.

Kreisvorsitzende Rita Poser erklärte, dass Untersuchungen zu den Wirkungen der gentechnisch veränderten Pflanzen behindert werden. Beispiel der britische Biochemiker Arpad Pusztai. Er hatte bei seinen Fütterungsversuchen festgestellt, dass der vorgeschriebene Testumfang nicht ausreicht und gesundheitliche Schäden an Ratten durch die Fütterung mit gentechnisch veränderten Kartoffeln in der zweiten und dritten Generation nachgewiesen. Nachdem er dies öffentlich gemacht hatte, wurde er von seinem Arbeitgeber, der Lebensmittelbehörde an der schottischen Universität Aberdeen, binnen zwei Tagen entlassen. Eine eindrucksvolle Demonstration, um Wissenschaftler so einzuschüchtern, dass die Veröffentlichung nicht genehmer Forschungsergebnisse unterbleibt.

de.wikipedia.org/wiki/%C3%81rp%C3%A1d_Pusztai

Albert Aschauer vom Bund Deutscher Milchviehhalter verwies darauf, dass ihr Produkt die „faire Milch“ von Kühen stammt, die mit gentechfreien Futtermitteln gefüttert werden, denn wie Hubert Weiger ausführte, 80-90% der GVO’s landen zunächst im Magen der Tiere bevor sie uns auf den Tisch kommen.