Neue Schneekanonen für Schönau am Königssee

Baumaschinen neben dem Nationalpark Berchtesgaden; Im Hintergrund Watzmann
Gratisblick für die Touristen
Da hat Bergwald keine Chance; Im Hintergrund Kehlsteinhaus
Auch er bald dahin: Schwalbenwurzenzian
Am Rande des neuen Jenner-Teiches - Blick in den Nationalpark
Direkt neben dem neuen Teich: Ersatzbiotop oder weiteres Schlammloch?

Überdimensionierter Beschneiungsteich entsteht

Im Vergleich zu anderen Regionen ist der Temperaturanstieg in den Alpen doppelt so hoch. Die Auswirkungen werden hier noch viel gravierender sein, trotzdem  fällt den politisch Verantwortlichen nur ein immer mehr an Schneekanonen, noch größeren Beschneiungsteichen und noch mehr Bergwaldrodung ein. Klimaschutz und CO2-Minderung spielen keine Rolle. In Schönau am Königssee soll künftig die Abfahrt von der Jenner-Mittelstation bis ins Tal auf 600m beschneit werden. Damit dies möglich wird, soll ein neuer Beschneiungsteich in den Fels gesprengt werden und Bergwald gerodet werden. Nur weil die Anlagen mit Steuergeld großzügig gefördert werden, können die Klimakiller gebaut werden. Aber auch die Kommune muss dazu zahlen, obwohl Bürgermeister Stefan Kurz bei der Sendung "Jetzt red'i" noch versichert hatte, dass der Kommune keine Kosten entstehen.

Denn Schönau am Königssee hat für seine Sommerurlauber nicht einmal mehr ein Schwimmbad. Aus finanziellen Gründen wurde dessen Sanierung - auch wegen der Talbeschneiung - um mindestens ein weiteres Jahr verschoben.

April 2008

Inzwischen liegt der Bescheid des Landratsamtes vor und mit dem kostenintensiven Bau kann begonnen werden. Dabei wird solcher Unsinn behauptet wie: "der neue Speicherteich Jennerwiesen 2 ist Kern der Beschneiungskonzeption und soll möglichst naturnah ausgestaltet werden, damit er auch im Sommer eine Funktion als landschaftsgestaltendes Element besitzt." Gleichzeitig muß vermieden, dass sich Amphibien dort ansiedeln.

August 2008

Nachdem dank Kettensägen der Bergwald gerodet werden konnte, erledigen Sprengstoff und Baumaschinen ihr Werk, damit im Dezember 2008 die große Schneeparty steigen kann. Die Antwort auf den Klimawandel: Statt Bergwald - Beton, Plastik und Eisen, dazu ein enormer Wasser- und Energieverbrauch ohne dass der ökonomische Nutzen - entsprechende Einnahmen - nachgewiesen werden muss.

Oktober 2008

Ein Wanderer versank bis zum Hals im Morast und verdankte seine Rettung nur einem Zufall. Ein erstes Ersatzbiotop scheint angelegt. Oder ist es eine weitere Schlammfalle nach dem nächsten Starkregen?

Weitere Infos: www.bund-naturschutz.de/fileadmin/download/alpen/BN_Hintergrund_<wbr></wbr>Schneekanonen_190307.pdf

Und so sehen Touristen den Bau.

 

Dezember 2008

 

 

 

22.10.2008:Beschneiungsteich am Jenner eingeweiht

Gießkannen als Symbol
Jennertalabfahrt in Arbeit
Hier versank der Wanderer
und nur ein Zufall rettete ihn
Naturnahe Ausgestaltung des Beschneiungsteiches

Formel 1 als Vorbild

Bürgermeister Stefan Kurz weiht den Teich mit Champus und Gießkannen ein

Eine Gießkannenformation wurde für die symbolische Einweihung aufgestellt, die überwiegend von Männern in den Beschneiungsteich entleert wurden. Zuvor hatte Bürgermeister Stefan Kurz den aufgeschäumten Champagner in das Folienbecken gesprüht. Obwohl die Baumaßnahme noch längst nicht abgeschlossen ist - insbesondere die Talabfahrt - wurde der symbolische Akt schon einmal vorgenommen.

Besonders auffällig die immer wieder gepriesenen naturnahe Ausgestaltung  des Teiches mit hellgrüner Plastikfolie. Ein Interessierter fragte den BN ;'Meinen die das wirklich ernst?'

Dazu passt die Behauptung der für den Bau Verantwortlichen, "Es sei alles ganz umweltverträglich", aber das haben sie vor allem sich selbst attestiert, denn sogar die Ameisen wurden persönlich gefüttert . Guten Appetit!