Zur Startseite

Ortsgruppen

„Mein Baum“ wächst weiter

Beim Citizen-Science-Projekt „Mein Baum“ können Bürger*innen im Berchtegadener Land Bäume in Städten und Dörfern über eine App erfassen. Ziel ist es, Datenlücken zu schließen, Bäume gezielt zu schützen und eine verlässliche Grundlage für eine klimaangepasste Stadtentwicklung zu schaffen. Bisher wurden über 5.000 Bäume in ganz Bayern gemeldet.

23.04.2026

Bäume sind unverzichtbar für eine lebenswerte Umgebung. Sie kühlen unsere Städte, speichern CO₂, filtern Schadstoffe und bieten Lebensraum für zahlreiche Arten. Gleichzeitig leiden sie zunehmend unter Hitze, Trockenheit und Krankheiten. Um Stadtbäume besser schützen zu können, brauchen wir verlässliche Daten. Hier zählen wir auf die Unterstützung der Bürger*innen im Landkreis“, erklärt die Vorsitzende Rita Poser von der Kreisgruppe Berchtesgadener Land des BUND Naturschutz.

Über die kostenlose App „Mein Baum“  können Nutzer*innen einzelne Bäume oder ganze Alleen kartieren und Angaben zu Baumart, Zustand und Umfeld machen. Der Standort wird automatisch per GPS oder händisch per Mausklick erfasst. Alle Meldungen erscheinen auf einer interaktiven Karte. So wird sichtbar, wo bereits Bäume dokumentiert wurden oder wo neue „Wunschbäume“ entstehen könnten. Bestehende Einträge lassen sich jederzeit aktualisieren. Dadurch können Veränderungen über das Jahr hinweg nachvollzogen und Entwicklungen langfristig beobachtet werden.

„Viele Städte verfügen zwar über Baumkataster, doch diese sind oft lückenhaft, besonders bei privaten Bäumen oder aktuellen Veränderungen“, sagt Erich Prechtl vom BN Freilassing. „Mein Baum ergänzt diese Daten sinnvoll. Bürger*innen erfassen Informationen, die bislang fehlen und schaffen damit eine wertvolle Grundlage für zukünftige Pflanz- und Schutzkonzepte.“ Perspektivisch ist auch ein Datenaustausch mit Kommunen vorgesehen.

Das Projekt verbindet Forschung, Bürgerbeteiligung und praktische Anwendung. Während öffentliche Bäume in kommunaler Verantwortung liegen, sind private Eigentümer*innen häufig auf sich allein gestellt. „Wir wollen mit „Mein Baum“ echten Mehrwert schaffen. Wissen, Gemeinschaft und gemeinsames Handeln stehen im Mittelpunkt“, betont  die BN-Vorsitzende Rita Poser. „Auch Schulklassen, Initiativen und Gruppen sind ausdrücklich eingeladen, sich zu beteiligen.“

Seit Projektstart 2025 wurden bereits 5.000 Bäume erfasst, ein Datenbestand in der Größenordnung eines kleinen Stadtwalds. Die Einträge sind sorgfältig dokumentiert und werden innerhalb der Community geprüft. Freiwillige Moderator*innen unterstützen zusätzlich bei fachlichen und technischen Fragen und tragen zur Qualität der Daten bei. 

Das Projekt des BUND Naturschutz in Bayern wird gemeinsam mit wissenschaftlichen Partnern wie der Technischen Universität München und der Hochschule Weihenstephan-Triesdorf umgesetzt und wächst weiter: Ab sofort ist auch der BUND für Umwelt und Naturschutz Deutschland Projektpartner. Damit ist es möglich deutschlandweit die Datengrundlage für Forschung und Naturschutz zu verbessern und gleichzeitig möglichst viele Menschen für den Schutz von Stadtbäumen zu begeistern. Erste Analysen folgen Ende 2026. 

Weitere Informationen und die interaktive Karte unter:

www.bund-naturschutz.de/mein-baum

Erich Prechtl