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Trockenstress setzt den Mooren im Rupertiwinkel zu

Hitze, Trockenheit und die in weiten Teilen noch vorhandene Entwässerung setzen den Mooren im Rupertiwinkel massiv zu. Davon konnten sich die Teilnehmer einer Moorexkursion des Bund Naturschutz

11.10.2026

Hitze, Trockenheit und die in weiten Teilen noch vorhandene Entwässerung setzen den Mooren im Rupertiwinkel massiv zu. Davon konnten sich die Teilnehmer einer Moorexkursion des Bund Naturschutz (BN) am 7. Oktober 2026 im Haarmoos und Schönramer Filz unter Leitung des Moorexperten Diplom-Biologen Peter Sturm selbst überzeugen.

„Wenn viele Moorgräben leerlaufen und Trockenrisse tief in den Torfkörper reichen, ist ein alarmierender Zustand erreicht“, erläuterte Peter Sturm. „Mit sinkendem Moorwasserstand beschleunige sich die Zersetzung des Torfs. Das Moor verliere dadurch seine Fähigkeit, neuen Torf zu bilden. Besonders deutlich zeige sich dies im Haarmoos und Schönramer Filz an der sogenannten Torfmoosbleiche: Die Torfmoose werden weiß und sterben ab. In der Folge schrumpfen die Torfschichten immer schneller. Gelange Sauerstoff in den Torfkörper, werde der über Jahrtausende gespeicherte Kohlenstoff zu Kohlendioxid oxidiert. Das entwässerte Moor werde damit zu einer Treibhausgas-Schleuder. Neben Kohlendioxid würden auch Lachgas und Methan freigesetzt. Die CO₂-Emissionen könnten dabei mehrere Tonnen pro Hektar und Jahr erreichen. Nach Einschätzung des BN gehören Ainringer Moos, Haarmoos und Schönramer Filz derzeit zu den größten Treibhausgasquellen im Rupertiwinkel.“

Wie weit die Austrocknung inzwischen fortgeschritten ist, zeigte sich selbst im feuchtesten Teil des Haarmooses, dem sogenannten Haarsee. Auf den BN-eigenen Flächen konnten die Teilnehmer trockenen Fußes über Bereiche gehen, die sonst von feuchten Moorflächen geprägt sind. Die ausgetrockneten Bereiche wiesen zudem staubige, pulverartig zersetzte Torfoberflächen auf.

Auch das Schönramer Filz bot ein alarmierendes Bild. Neben einem ausgetrockneten Moorsee zeigten sich auf den südlich gelegenen Frästorfflächen großflächige Torfrisse und abgestorbene, gebleichte Torfmoose.

Warum der Erhalt der Moore dringend notwendig ist, erläuterte Peter Sturm anhand ihrer vielfältigen Funktionen: Dank ihrer porösen Struktur können Moore große Mengen Wasser wie ein Schwamm aufnehmen und langsam wieder abgeben. Als natürliche Wasserspeicher leisten sie einen wichtigen Beitrag zur Grundwasserneubildung und zum Hochwasserschutz. Ihre Renaturierung ist zugleich ein wichtiger Baustein des Klimaschutzes. Für den angrenzenden Abtsee ist das Haarmoos zudem ein bedeutender Wasserfilter und Wasserspeicher.

Die Teilnehmer der Exkursion waren sich einig, dass für den Erhalt der letzten bedeutenden Moore der Region dringender Handlungsbedarf besteht. Vorrangig sei eine Reaktivierung der Moore durch eine verbesserte Wasserrückhaltung. Dabei gehe es nicht nur um den Erhalt charakteristischer Moorlebensräume und ihrer Artenvielfalt, sondern ebenso um Wasser- und Klimaschutz.

Für die Landkreise Berchtesgadener Land und Traunstein wie auch für eine Biosphärenregion sollte es selbstverständlich sein, dass die gut frequentierten Lehrpfade in den drei Mooren durch gut renaturierte und lebendige Moorlandschaften führen.

Peter Sturm