MenuKreisgruppe BerchtesgadenBUND Naturschutz in Bayern e. V.

BN lehnt Discounter ab

Unsere Stellungnahme

Bund Naturschutz lehnt Discounter auf Triftplatz ab

Regionale Wirtschaftskreisläufe stärken

Milchbauern brauchen einen fairen Preis

Von verschiedener Seite wurde gefragt, was der Naturschutz mit dieser Bebauung auf dem Triftplatz durch einen Discounter mit gastronomischer Einrichtung im Obergeschoss und einem Vollsortimenter zu tun hat:

 

Es sind vor allem regionale Wirtschaftskreisläufe.

 

Faire Milchpreise / Tourismus

Als kleine landwirtschaftliche Betriebseinheiten sind unsere Milchbauern auf faire Milchpreise, die zumindest kostendeckend sind, angewiesen. Discounter drücken mit ihrer Marktmacht seit Jahren die Preise in den Keller. Ein weiterer Discounter leistet einen weiteren Beitrag zum Ausbau ihrer Marktmacht und schadet damit den landwirtschaftlichen Betrieben der Region und den regionalen Wirtschaftkreisläufen. Unermüdlich betonen die Kommunalpolitiker die große Bedeutung der einheimischen Landwirte für die Kulturlandschaft mit ihren Almen und Wiesen als Tourismusmagnet. Discounter-Milchpreise sind da kontraproduktiv.

 

Schlachthof / Metzger / Tierschutz

Erfreulicherweise haben die Kommunen des Talkessels in interkommunaler Zusammenarbeit sich vorausschauend dafür entschieden, den Schlachthof in Berchtesgaden zu erhalten und die Sanierung finanziell zu unterstützen. Damit haben die Metzger vor Ort auch künftig die Möglichkeit, Tiere aus der Region ohne große Transportwege zu schlachten und zu vermarkten. Das ist zum Einen Tierschutz andererseits findet hier die Wertschöpfung in hoher Qualität mit einheimischen Arbeitskräften statt. Einheimische Landwirte erhalten faire Preise für ihre Schlachttiere. Ekelfleisch-Skandale gab es noch nie. Mit den Billigpreisen der Discounter können die einheimischen Metzger aber auf Dauer nicht konkurrieren. Am Ende bleiben sie mit dem sanierten Schlachthof auf der Strecke und der Tierschutz wieder auf den Fernstraßen.

 

 

Bäckerei / Pizzeria

Auch Backwaren werden von den Discountern im Vergleich zum Bäcker billig angeboten. Die gastronomischen Einrichtung im Obergeschoss des Discounters  steht in Konkurrenz zu den bestehenden Betrieben im Umfeld des Triftplatzes, die noch über freie Kapazitäten verfügen.

 

Nicht zu vergessen die teilweise sehr schönen ortstypischen bemalten Fassaden der Geschäftshäuser in der Königsseer Straße, die von den Touristen Richtung Königssee passiert werden. Welcher Eindruck entsteht, wenn die Geschäfte dort geschlossen sind? Ein Geschäft hat die Schaufenster bereits mit Packpapier zugehängt.

 

Inwieweit diese Faktoren in der Standortanalyse Berücksichtigung fanden, geht aus den Unterlagen nicht hervor. Es ist aber davon auszugehen, dass sie unberücksichtigt blieben. Lediglich von der Schädigung innenstadtrelevanter Warensortimente rät das GMA-Gutachten ab.

 

Begründung für Bedarf fehlt

Eine plausible Begründung für den Bau des Discounters bezüglich eines Bedarfs gibt es nicht. Vielmehr ist es der finanzielle Bedarf der Gemeinde zur Sanierung des Schornbades, der mit dem Grundstücksverkauf erbracht werden soll und den man sich am ehesten von den Discountern erhofft. Dies hätte im Punkt Anlass und Ziele der Planung vermerkt werden müssen.

 

Vor einer endgültigen Entscheidung sollte diese Planung unter dem Aspekt des regionalen Wirtschaftskreislaufes überdacht werden.

•          Verdienen die einheimischen Landwirte und Metzger nicht den gleichen Schutz wie die Geschäfte mit den Warensortimenten Bekleidung, Schuhe, Drogeriewaren?

•          Leisten nicht gerade die Milchbauern durch ihre Landschaftspflege einen großen Beitrag für den Tourismus?

 

Im Interesse der heimischen Landwirtschaft, die faire Preise verdient und der kleinen Geschäfte, die unsere Region noch unterscheidbar machen, bitten wir den Bürgermeister und die Gemeinderäte sehr, die Discounteransiedlung / Vollsortimenter zu überdenken.

 

Neue Verkehrsströme

Bereits jetzt ist der Kreisverkehr zu bestimmten Zeiten überlastet. Es fehlen Angaben dazu, inwieweit die zusätzlichen Verkehrsmengen die Rückstaus noch erhöhen.

 

Ablehnung der Planung

Als Bund Naturschutz müssen wir die Planungen – sowohl die Änderung des Flächennutzungsplanes als auch den Bebauungsplan schlicht ablehnen und möchten in diesem Zusammenhang auch an das Wirtschaftsleitbild des Landkreises anknüpfen, dort heißt es:

„Unsere Stärke. Das Biosphärenreservat als Pilotregion für eine nachhaltige wirtschaftliche Entwicklung im Einklang mit schützenswerten Lebensgrundlagen. Unterstützung einer nachhaltigen wirtschaftlichen Entwicklung und Förderung der bereits vorhandenen positiven Ansätze für regionale Produkte und Dienstleistungen.“

 

Ein neuer Discounter und ein Vollsortimenter tragen zur Zerstörung dieser positiven Ansätze bei.