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Grünland auf dem Rückzug

Wer braucht das Hotel auf der grünen Wiese?

(24.10.2012) In Bayerisch Gmain verschwinden Grünflächen, Bäume und Hecken täglich auf nimmer wiedersehen – in der Diskussion am 18.10.2012 stellten sich Kreisgruppe BGL und Ortsgruppe Bund Naturschutz voll hinter das Bürgerbegehren am 18.11.2012 gegen den beabsichtigten Hotelneubau auf der grünen Wiese.

 Nachdem der neue Edeka Markt eine Wiese mit ca. 1 ha Fläche verschlungen hat, soll jetzt – wenn es nach dem Willen der Mehrheit der Gemeinderäte geht – eine weitere Wiese mit ca. 3 ha einem Hotelneubau geopfert werden. 

Hecken verschwinden quasi über Nacht

Die Ortsgruppenvorsitzende, Ute Billmeier, machte darauf aufmerksam, dass beim neuen Einkaufsmarkt in der Schillerallee  – fast über Nacht – die Hecke zwischen dem Fußgängerbereich und der Straße verschwand. Die Rodung der Hecke wurde am Montag – auch wieder durch die Mehrheit der Gemeinderäte – beschlossen, am Tag darauf war die Hecke verschwunden. Leider konnte der Bund Naturschutz in dieser kurzen Zeit keinen Widerspruch gegen diese unnötige Rodung einlegen. Wenn sonst auch die Uhren in Bayerisch Gmain langsam ticken, Naturzerstörung geht dort sehr schnell.

 

Was erwartet die Bürger bei der Bebauung der Grünfläche: Auf jeden Fall Vernichtung von 3 ha Wiese. Da die Gemeinde bisher nicht darüber informiert hat, wie die Zufahrt zum geplanten Hotel aussehen soll, kann davon ausgegangen werden, dass auch die Wiese unterhalb des Hauses des Gastes für die Zu- und Abfahrt diesem Hotelkomplex zum Opfer fällt. Damit sind ca. 5 ha Grünfläche ein für alle mal vernichtet. Das sind mehr als 7 Fußballplätze rechnete die Kreisgruppenvorsitzende, Rita Poser, vor. Da es in Bayerisch Gmain keine Baumschutzverordnung gibt, müssen sich die Bürger und der Bund Naturschutz auch um die Hecken, Büsche und Bäume Sorgen machen, die diese Bereiche säumen.

 

Im Allgäuer Dorf Oberjoch wurde in diesen Tagen ein Hotelprojekt mit 1,2 ha Verbauung  im Ortskern fertig gestellt. Vergleichsweise klein verglichen mit dem in Bayerisch Gmain geplanten Hotel. Auch hierfür wurde eine wertvolle Wiese mit einem Hochmoor geopfert. Heute lautet die  kritische Beurteilung von Fachleuten, Einheimischen und Touristen: Oberjoch hat sein Gesicht verloren.

 

Auch Bayerisch Gmain hat ein Gesicht, geprägt durch Grünflächen und Naturlandschaft. Davon lebt dieser Ort und macht ihn zu etwas besonderem. Die Kreis- und Ortsgruppe Bund Naturschutz setzt sich für dessen Erhalt ein und unterstütz aus diesem Grund die Bürgerinitiative gegen den Hotelbau auf der grünen Wiese.

Ute Billmeier

Bayerisch Gmain: Landschaft neu gestalten

Und den Ortskern vergammeln lassen

(25.04.2012) Bayerisch Gmain. Darauf haben die Bürger schon immer gewartet: Der Ortskern rottet vor sich hin, in der Peripherie und auf der schönen Wiesenfläche wird mit riesigen Baumaschinen ein neuer Einkaufsmarkt in die Landschaft gesetzt. Wird Lebensqualität jetzt neu definiert: Für jeden Bürger einen Supermarkt oder Shoppingcenter oder factory outlet? Wie lange kann das funktionieren, wenn für die gleiche Anzahl Bürger immer mehr Verkaufsfläche zur Verfügung steht, deren verfügbares Einkommen aber stagniert, weil die Energiekosten und andere Beiträge ( Straßenausbau- Beitragssatzung) ihm immer mehr Geld aus der Tasche ziehen. Gleichzeitig wird der immense Flächenverbrauch immer stärker zu Lasten kleiner bäuerlicher Betriebe gehen, die um immer weniger Flächen konkurrieren.

Ein wirklich sehr bedenkliche Entwicklung, die aber jeder von uns mit den Füßen abstimmen kann.