Energiewende und Strompreise

Wie sich der Strompreis genau zusammensetzt

Preiserhöhungen 2010

Zum Jahreswechsel erhöhen viele Versorger die Strompreise mit dem Hinweis auf die höheren Kosten durch Ökostrom.

Begründet wird dies mit dem Anstieg der Umlage nach dem Erneuerbare-Energie-Gesetz. Derzeit beträgt die Umlage 1,2 Cent und ab 2010 sind es 2 Cent.

 Wie die taz vom 20.11. 2009 berichtet, kalkuliert die Stromwirtschaft mit einem Wachstum der EEG-Menge von 74,1 Milliarden Kilowattstunden im Jahr 2009 auf 90,2 Milliarden Kilowattstunden im Jahr 2010. Der Ausbau um 16 Milliarden Kilowattstunden entspricht der Jahreserzeugung von zwei Atomkraftwerken.

 Weiter heißt es, dass damit die Ökostromvergütungen von 10 Milliarden Euro in 2009 auf 12,3 Milliarden 2010 steigen. Diese werden auf alle Kunden umgelegt, wobei die Industrie kaum belastet wird, den Großteil zahlen Haushalte und Kleingewerbe, für die sich ein Anstieg von etwa 0,35 Cent je Kilowattstunde ergibt. Vom Gesetzgeber wurde die Umlage für energieintensive Betriebe auf symbolische 0,05 Cent je Kilowattstunde gedeckelt.

 Wie erklärt sich aber der Anstieg um 0,8 Cent für die Verbraucher?

 Das hängt auch mit den seit 2008 gesunkenen Strompreisen an der Börse zusammen. Bei Windkraft erhält die Anlage 8 Cent pro Kilowattstunde nach dem EEG. Wenn an der Börse jetzt also nur noch 5 Cent statt früher 7 Cent erlöst werden, sind 3 Cent statt früher 1 Cent nach dem EEG zu zahlen. Dieser Effekt schlägt mit ca. 0,4 Cent zu Buche.

Ein weiterer Anteil kommt von der Neuregelung der Netzentgelte. Rund 0,1 Cent wird dem EEG zugeschlagen, weil vor allem Offshore-Windkraft-Anlagen Investitionen in die Netze erfordern.