Kein Ruhmesblatt für den Artenschutz in Deutschland

Seine Artgenossin wurde im März 2012 im Nationalpark Bayerischer Wald gezielt vergiftet
Sein Artgenosse verschwand zwischen Rotwand und Wendelstein im Januar 2011 spurlos

Mit Gift und Flinte gegen streng geschützte Tiere

 (26.04.2012) Mitte März berichtete u. a. die Süddeutsche Zeitung vom Gifttod einer Luchsin im Nationalpark Bayerischen Wald. Aktuell berichtet der Bayerische Rundfunk..

http://www.br.de/themen/aktuell/inhalt/luchs-tessa-vergiftet100.html

 Nun informiert der WWF über den Gifttod eines Seeadler Paares bei einer Giftanschlagsserie in Norddeutschland, bei der allein im April ein Rotmilan und 48 Raben einem Giftanschlag zum Opfer fielen.

http://www.shz.de/artikel/article/111/luebecker-seeadler-brutpaar-vergiftet-aufgefunden.html

Der erste Wolf, der nach 123 Jahren im Westerwald auftauchte wurde kürzlich erschossen aufgefunden. Jetzt hat sich der Schütze gestellt – ein Jäger, „der den Wolf für einen Hund hielt.“

http://www.abendblatt.de/vermischtes/article2257802/Wolf-Schuetze-ist-Jaeger-aus-Koeln-Gen-Test-dauert-noch.html

 

Leider sind es keine Einzelfälle. immer wieder verschwinden Luchse im Nationalpark Bayerischer Wald, auch im vergangenen Jahr wurden Seeadler vergiftet in Norddeutschland aufgefunden und im letzten Jahr verschwand der zwischen Rotwand und Wendelstein in Bayern streunende Wolf spurlos.

http://www.sueddeutsche.de/bayern/oberland-wo-ist-der-wolf-1.1082321

Auf den Spuren von Isegrim & Pinselohr

Die Fährten führten zu ihnen:
Wolf und Luchs wieder am Stecher
Am Stand der BN- Kreisgruppe BGL
Die Quizpreise: Besonders nachgefragt - Kuckuckspfeife
Aufbau geschafft, die Besucher können kommen
Die Organisatoren von der BaySF bei der
Eröffnung durch den Schirmherren LR Grabner
Stand im Mittelpunkt: der Wolf
Am Stand des Nationalparks

Wolf ist Teil der Natur

(24.6.2011) Oberteisendorf: Heimlich schlichen sie zwischen den Bäumen hindurch, nur hier und da hinterließen sie ein paar Abdrucke ihre Pfoten. Den Spuren dieser geheimnisvollen Waldbewohner folgten beim Aktionstag „Der Wald ruft“, Ende Mai, viele kleine und große Besucher und entdeckten schließlich Wolf und Luchs am Informationsstand der BN-Kreisgruppe. Anlässlich des Internationalen Jahr der Wälder organisierten die Bayerischen Staatsforste mit Schirmherrn Landrat Georg Grabner den Aktionstag am Stecher bei Oberteisendorf. Neben dem BN waren u.a. vertreten die Naturschutzakademie Laufen, der Nationalpark Berchtesgaden, die Waldbauernvereinigung, der Kreisjagdverband sowie das Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten.

 

Nachdem in den letzten Monaten in der regionalen Presse wiederholt mit Überschriften wie „Der Wolf muss weg“ Stimmung gemacht wurde, war es daher Ziel der Kreisgruppe, die Menschen sachlich und umfassend über Erhalt und Schutz des Wolfs zu informieren. Als Highlight lockten die Wolf- und Luchspräparate – Leihgaben des Nationalparks Bayerischer Wald –, zahlreiche Besucher an. Auf ganz unterschiedliche Weise näherten sich vor allem Kinder den „echten“ Tieren:  War ihnen der Wolf als nur Bösewicht aus den Märchen bekannt, wagten sie sich nur sehr schüchtern an ihn heran. Die Älteren dagegen zeigten keine Furcht, sondern erkundeten Wolf und Luchs bis ins Detail.

Wissen gefragt

Ihr Wissen über die beiden Tiere konnten die Kinder gemeinsam mit ihren Eltern bei einem Quiz testen. Gefragt wurde unter anderem, was der Wolf so alles frisst. Hase, Reh oder Rotkäppchen? „Man muss das nicht so ernst nehmen“, fand 1. Vorsitzende Rita Poser. So versteckte sich die eine oder andere Antwort zum Schmunzeln im Fragebogen. Gut überlegen mussten die Teilnehmer dann aber doch bei der Frage, wie man sich verhält, wenn man einem Wolf begegnet. Sehr zum Erstaunen der Eltern, wussten die Kinder schon recht gut Bescheid. Intuitiv kreuzten sie meist die richtigen Lösungen an. Keiner wollte den Wolf füttern oder das Lager mit den Welpen suchen. Dass Wölfe normalerweise sehr scheu sind, war allgemein bekannt. Auch wussten die Kinder, dass sich der Wolf durch laute Ansprache oder in die Hände klatschen leicht vertreiben lässt und was seine Körpersprache ausdrückt. Überrascht waren viele, dass unsere Vorfahren dem Wolf eine hohe Wertschätzung entgegenbrachten. Vornamen, die auch heute noch sehr beliebt sind wie Wolfgang oder Wolfram, Ortsnamen wie Wolfsburg, Wolfsgrün und viele mehr, zeugen davon. Zu gewinnen gab es Allerlei für die kleinen Naturentdecker, die mit viel Spaß knobelten: Beliebt waren die Kuckuckspfeifen, Stofftaschen mit Luchsgesicht und Mini-Ferngläser. Spielkarten und Bestimmungstafeln rund um den Wald wurden ebenso gern als Preis angenommen.

Eine Fährte von Wolf oder Luchs töpfern

Unter der Leitung von Vorstandsmitglied Gertrud Flatscher töpferten sich viele kleine Besucher eine Wolfs- oder Luchsfährte zur Erinnerung. Denn die gebrannten Trittsiegel, können die Kinder dann im eigenen Garten auslegen  –  ganz so als wäre der Wolf still und leise da gewesen.

Ihre Meinung ist gefragt

Außerdem bestand für die Besucher die Möglichkeit, in einer anonymen Umfrage ihre Meinung zum Thema Wolf zu äußern. Sie konnten sich entweder einer der vier Vorgaben wie „Wölfe gehören zur Natur“ „Sie sind die Gesundheitspolizei des Waldes“, und „Ich bin dagegen, weil er Schafe frisst“ anschließen , oder frei ihre Meinung aufschreiben. Die Kreisgruppe freute sich sehr, über fast ausschließlich positive Einstellung der Bevölkerung. Besonderes Lob bekamen die Infobroschüren des BN zum Wolf und der BN-Öko Tipp zu Wolfs-Begegnungen.

Fazit: Die erfolgreiche Veranstaltung zeigte, wie wichtig sachbezogene Informationen sind, damit die Bevölkerung sich ein eigenständiges Bild zur „Rückkehr des Wolfes“ machen kann. Auch die spielerische Heranführung von Kindern hat einen ganz wesentlichen Beitrag geleistet, um Wolf und Luchs als das zu betrachten, was sie sind, nämlich ein Teil der heimischen Natur.

Der Wald ruft - der Wolf kommt