Faire Milchpreise für Landwirte

Große Freude über die gelungene Produktpräsentation: v.l. BDM-Vorsitzender Romuald Schaber, Richard Mergner, BN-Landeabeauftragter, Rita Poser, BN-Kreisvorsitzende Berchtesgadener Land
Stehen Rede und Antwort, Schüler der Realschule Wasserburg, Marion Ruppaner, BN-Referentin Landwirtschaft, Romuald Schaber, Vorsitzender der Milchvermarktungs -GmbH und Tegut-Geschäftssführer

Die faire Milch

(27.01.2010) Vor einer Woche war es so weit, Vertreter des BDM aus dem Landkreis Berchtesgaden und Traunstein sowie BDM-Fördermitglied Kreisvorsitzende Rita Poser fuhren nach Freising zur offiziellen Vorstellung und Einführung des Produkts „die faire Milch“. Mit diesem Produkt ist garantiert, dass der Milcherzeuger 40 Cent pro Liter erhält.

Denn anders als bisher diktiert nicht die Molkerei die Preise, sondern die Abfüllung der fairen Milch wird in Lohnarbeit an die Molkerei vergeben. Aktuell sind zwei Produkte auf dem Markt: H-Milch mit 3,8% Fettgehalt und 1,5% Fettgehalt zum Preis von 99 Cent bzw. 89 Cent.

Abnehmer sind bisher die Handelsfirmen Rewe und Tegut.

Der Bund Naturschutz unterstützt das Projekt ausdrücklich, denn nach Bio-Milch ist die faire Milch das derzeit beste Produkt.

 Warum?

Das Qualitätskonzept der fairen Milch sieht unter anderem vor:

• kein gentechnisch verändertes Kraftfutter oder sonstiges gentechnisch ver-ändertes Futter im Betrieb einzusetzen

• nur in Europa erzeugte Futtermittel zu verwenden (Verzicht auf Sojaschrot und Maiskleber)

• nur max. 1.500 kg Konzentratfutter pro Kuh einzusetzen

• den Silomaisanteil auf maximal 30 % in der Ration zu begrenzen

• mindestens 60 % der Futterfläche als Grünland zu nutzen

• alle Futterkomponenten zu dokumentieren und den Nachweis der Konzen-      tratfuttermengen zu führen

• eine Hoftorbilanz zur Beurteilung der Nährstoffflüsse im Einzelbetrieb zu führen

• sich an Maßnahmen des Bayerischen Kulturlandschaftsprogramms oder Vertragsnaturschutzprogramms zu beteiligen oder ein gleichwertiges Projekt für den Naturschutz umzusetzen.

 

Mehr Infos unter:

www.die-faire-milch.de

BN-Kreisgruppe BGL Fördermitglied im Bundesverband Deuscher Milchviehalter BDM

Montagsdemo - Landwirte und Verbraucher demonstrieren gemeinsam
Plakativ - die Mauer, die die Teilnehmer niederissen
Rita Poser übergibt Albert Aschauer vom BDM die Beitrittserklärung der Kreisgruppe BGL

BN-Kreisgruppe BGL Fördermitglied im Bundesverband Deuscher Milchviehalter BDM

(11.11.2009) Da sich die finanzielle Situation für Milchviehhalter durch das unmögliche Agieren der Politk immer weiter zuspitzt und in unserer Region vor allem kleine Betriebe davon betroffen sind, hat der BN-Kreisvorstand beschlossen, zur Bekundung seiner Solidartät Fördermitglied im BDM zu werden.

Bei der Montagsdemo am Tag des Mauerfalls in Bad Reichenhall mit der anschließenden Aktion auf dem Platz der Pfarrkirche Sankt Nicolaus übergab BN-Kreisvorsitzende Rita Poser an Matthias Aschauer vom BDM-Kreisverband symbolisch die Beitrittserklärung.

Auch wenn es Im Landkreis immer wieder heißt, dass die Pidinger Molkerei bessere Preise zahle, so darf man vor den gravierenden Problemen, die die Abschaffung der Milchquote bis 2015 schafft, nicht die Augen verschließen. Die Überproduktion weiter anzuheizen bedeutet, dass immer mehr Gelder für Exportsubventionen vor allem von Milchpulver aufgewendet werden. Mit billigen Produkten zerstören die EU-Exporteure die Kleinbauern in Afrika und anderswo, weil die keine Subventionen bekommen und deshalb nicht so billig anbieten können. Für das Milchpulver fehlt den Armen häufig das saubere Trinkwasser, mit fatalen Folgen für die Kinder.

Und niemand wird eine Garantie dafür abgeben, dass nach 2015 in der Genossenschaft Piding alles weiter geht wie bisher. Auch die Arbeitsgemeinschaft Bäuerliche Landwirtschaft ABL unterstützt die Forderungen des BDM.

BN-Grünlandpapier

Zitat: "Um die Marktstellung grünlandbasierter Erzeugungsformen zu verbessern
fordert der BN den endgültigen Stopp der EU Exportförderung im
Milchbereich und die Rücknahme der Quotenerhöhung.
Im EU Agrarhaushalt müssen Agrarumweltmaßnahmen einen höheren
Stellenwert erhalten."

Milchbauern demonstrieren beim Kanzleramt

Fotos: P. Grafwallner